Mittwoch, 4. September 2013

Freiheit

Die gestrige Sitzung in Braunschweig hat mich nachdenklich werden lassen. Meine Frage war, was bedeutet das Netz, bzw. die digitale Weltfür mich?

Nun, zu allererst Freiheit! Freiheit von den Grenzen der analogen Welt. Digitales bedeutet Entgrenzung. Nicht mehr abhängig zu sein von den begrenzten Beständen einer einzelnen Bibliothek, von der realen Existenz des einen Buches, von der Begrenzung nur auf Texte. Von der mühseligen Arbeit mit Lernenden mal ganz zu schweigen. Gerade bei letzteren haben sich für flexible Lehrformen ganz neue Möglichkeiten aufgetan. Als wir vor ca. 10 Jahren mit Stud.Ip begannen, war ich sofort dabei, ein Wiki (unsere Lernwerkstatt Geschichte) löste das Problem der statischen Seiten. Digitale Fotos bieten erstens bessere Qualität als Fotokopien, sind schnell erstellt und ausgetauscht und dabei optimal für projektorientierte Quellenarbeit (gerade letzte Woche wieder gemacht). Blogs schaffen Raum für "kleine Texte". Diese Reihe ließe sich fortführen.

Als ich das erste iPad in der Hand hatte (vorher hatte ich es für überflüssig gehalten) konnte ich einen Quellentext wie in einem Buch mit mir mitführen und damit Gruppenarbeit von Studierenden besser begleiten. Das erste iPad hatte noch keine Kamera, mein iPad mini ist ein perfekter Kompromiss aus den verschiedenen Anforderungen. Dank Evernote kann ich meine Notizen immer mitnehmen … usw.

Historische Bilder können wir systematisch erfassen und diskutieren, Filme nicht nur sehen, sondern auch erstellen (gerade produzieren wir Kurzfilme über Hannover am Vorabend des Ersten Weltkriegs).

Dank Google Docs können wir kollaborativ arbeiten. Und das tollste: All das ist extrem kostengünstig zu nutzen, die Infrastruktur stellen andere bereit (wie die Uni für Stud.Ip oder Google). Und wenn ich bezahle, wie bei Evernote oder der Dropbox, dann ist das sehr wenig Geld.

Das Digitale ist also kein Selbstzweck, sondern für mich erleichtert es insbesondere die flexible Lehre. Es bietet ganz neue Möglichkeiten und Perspektiven. Es gibt uns die Freiheit, Vergangenheit neu zu entdecken, neue Fragen zu stellen und die Dinge auf neue Art zu vermitteln. Ob wir analog oder digital arbeiten, ist damit nicht zu wichtig, wir entschieden danach, welche Variante am besten zum Ziel führt, wir arbeiten also "dialog", vermischen Analoges und Digitales.
Das ist die Freiheit, die ich meine.

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