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    <title>Digitale Regionalgeschichte : Kommentare</title>
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    <dc:publisher>KHSchneider</dc:publisher>
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    <title>Digitale Regionalgeschichte</title>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/1022706631/">
    <title>Zurück</title>
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    <description>Fast ich hätte ich diesen Blog vergessen. Er stammt noch aus einer Zeit, in der ich viel geblogt habe. Das hat ein wenig nachgelassen, allerdings ist ein regionaler Blog (ich bleibe bei dieser Form ...) entstanden, der aber auch nur unregelmäßig gepflegt wird. Außerdem habe ich einen kleinen, sehr kleinen Youtube-Kanal (https://www.youtube.com/@schneiderstube5815) zur Regionalgeschichte. &lt;br /&gt;
Dabei ist viel passiert, ich habe etwa eine kleine Stadtgeschichte geschrieben, der erste Band erschien schon 2018, der zweite wird wohl dieses Jahr folgen. Es war eine interessante Erfahrung, über die ich hier vielleicht doch noch einmal berichten werde. &lt;br /&gt;
Vielleicht auch über unsere Seminare zum Rammelsberg, die jetzt in das 12. Jahr gehen. &lt;br /&gt;
Vielleicht sehen wir uns hier einmal wieder.</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    <dc:subject>Schaumburg</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2025-05-17T12:35:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/1022637544/">
    <title>Dorf und Kleinbahn</title>
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    <description>&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Am 4. November fand in Wietze im Deutschen Erdölmuseum das 6. industriegeschichtliche Kolloquium des „Netzwerk Industriekultur im mittleren Niedersachsen“ zum Thema „Industrie und Mobilität“ statt.  Mein Beitrag widmete sich dem Thema „Dorf und Kleinbahn“ und ist in der schon zum Kolloquium erschienenen Broschüre gleichen Themas (als Heft 6 der Schriftenreihe des Netzwerks) erschienen. Im folgenden fasse ich noch einmal meine zentralen Thesen des Vortrags (nicht des Aufsatzes) zusammen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;ol start=&quot;1&quot;&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Die Eisenbahn steht im 19. Jahrhundert für ein höchst leistungsfähiges System. Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelte sich nicht nur der deutsche Lokomotivbau zu einem der erfolgreichsten der Welt, nachdem noch 1835 alles aus England eingeführt werden musste. Vor allem ist die Geschwindigkeit, mit der dieses neue Verkehrssystem eingeführt wurde, von einer verblüffenden Geschwindigkeit, obwohl in vielen Gebieten Neuland begangen werden musste. Eine animierte Gif des Kartenservers des IES in Mainz zeigt dies anhand des Ausbaus des Streckennetzes sehr eindrucksvoll: &lt;a href=&quot;https://www.ieg-maps.uni-mainz.de/mapsp/mapebga0.htm&quot;&gt;https://www.ieg-maps.uni-mainz.de/mapsp/mapebga0.htm&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Die zuweilen zu findende Annahme, dass durch den Eisenbahnbau des 19. Jahrhunderts das Pferd obsolet geworden sei, ist eine Legende. Das Gegenteil ist der Fall, denn der Zubringerverkehr zu den Bahnhöfen stieg durch den Eisenbahnbau erheblich an und konnte bis in das späte 19. Jahrhundert nur durch das Pferd erbracht werden. Erst schrittweise wird etwa durch elektrische Eisenbahn oder die zunächst dampfbetriebenen Kleinbahnen ab den 1890er Jahren das Pferdefuhrwerk ersetzt. Endgültig wird dieser Ersatz aber erst durch das Automobil und den Traktor im 20. Jahrhundert vollzogen.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Dörfer waren auch vor der Industrialisierung häufig Teil eines transnationalen Wirtschaftssystems. Symbol dafür ist interessanterweise der eher als Symbol für die gute, alte und überschaubare Zeit geltende Webstuhl. In einigen Regionen lebte in der Tat bis in das 19. Jahrhundert ein großer Teil der Dorfbevölkerung vom Weben und Spinnen. Allerdings wurde die fertige Leinwand keineswegs für den lokalen Bedarf gewebt, sondern besonders für den überregionalen, ja transatlantischen Markt. Wir haben hier ein frühes Beispiel für globale Wirtschaftsbeziehungen. Jedoch brachen die Absatzmärkte mit dem Aufkommen englischer Maschinenware zusammen. Das Weberelend des frühen 19. Jahrhunderts war damit ein frühes Beispiel für die negativen Auswirkungen der Globalisierung. Viele Angehörige der Unterschichten, die bislang von der Weberei gelebt hatten, verließen ihre Dörfer und gingen nach Amerika. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts änderten sich diese Verhältnisse. Nun boten sich die deutschen Industriegebiete und die wachsenden Städte als Wanderungsziele an. In Deutschland setzte eine starke Binnenwanderung vom Land in die Städte ein.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Auf den Dörfern änderten sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Verhältnisse. Durch die Agrarreformen waren die Bauern nun freie Eigentümer ihres Landes. Das hatte zwei Effekte: Einerseits hatten die Landwirte damit nun mehr Land, denn die bisherigen Gemeinheiten waren weitgehend privatisiert worden. Dadurch entstand ein Arbeitsbedarf, der den ländlichen Unterschichten zugute kam. Andererseits gab es nun einen Immobilienmarkt auf dem Dorf, so dass eine Welle von Landverkäufen einsetzte, wodurch verstärkt neue Wohnhäuser gebaut werden konnten. Die iim 1850 noch dramatische Wohnungsnot wurde deutlich geringer - ein Grund, nicht mehr unbedingt das Dorf zu verlassen.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Dörfer wurden nach 1870 entweder bäuerlicher, weil die alten gewerblichen Tätigkeiten entfielen und auch kleinere Betriebe von der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln in den expandierenden Großstädten und den Industrierevieren profitierten, wie etwa das Oldenburger Münsterland, das sich auf Schweinemast für das Ruhrgebiet und Bremen spezialisierte. In Grünlandgebieten dagegen wurde die Milchviehzucht ausgebaut und das Ruhrgebiet mit Milch oder Sahne beliefert. Andere Dörfer wurden zu Arbeiterwohngemeinden, weil in der Nachbarschaft Industriebetriebe entstanden wie bei der Ilseder Hütte oder in den Bergbaurevieren von Deister und Bückeberg.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Allerdings verhinderten diese Entwicklungen nicht, dass ländliche Gebiete zunehmend in Gefahr gerieten, von der allgemeinen Entwicklung abgekoppelt zu werden. Das galt in allgemeiner Weise, das galt aber besonders für die marktorientierte Landwirtschaft. Kleinbahnen schienen hier eine Lösung zu sein. Sie sollten eine kostengünstige Verbindung zu den größeren Bahnhöfen herstellen und damit den Abstand zwischen Land und Stadt direkt und indirekt verringern. Wenn man so will, waren sie Teil einer regionalen Entwicklungsstrategie.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Leider fehlen Untersuchungen über die Wirkung der Kleinbahnen. Allerdings lassen sich durchaus Wirkungen feststellen, die aber derzeit noch nicht quantifizierbar sind (wenngleich zeitgenössische Autoren sich jede Mühe gaben, einen positiven Effekt nachzuweisen). Immerhin:&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li style=&quot;list-style: none;&quot;&gt;&lt;ol&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Kleinbahnen erleichterten den Marktzugang für ländliche Produzenten, auch des weiterverarbeitenden Gewerbes wie den dörflichen Molkereien.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Ländliche Regionen wurden an die nächstgelegenen Klein- und Mittelstädte angeschlossenen, wodurch sich auch die Chance für einen Besuch weiterführender Schulen ergab.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Kleinbahnen benötigten Personal und boten damit jungen Dorfbewohnern die Chance für einen qualifizierten Schulbesuch. Das konnten sicherlich nur wenige nutzen, aber es war ein qualitativer Fortschritt.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Kleinbahnen dürften die durch sie berührten Dörfer verändert haben, und zwar in vielen kleinen Details.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Kleinbahnen konnten ländliche Regionen für den Tourismus erschließen, wie etwa am Steinhuder Meer.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Und dann kam doch das Ende. Die Durchsetzung des Individualverkehrs war das Ende der Kleinbahn. Hier rächte sich endgültig die knappe finanzielle Basis der Kleinbahnen. Sie waren nichts anderes als bessere und etwas andere Straßenbahnen, ihre Strecken verliefen häufig neben den Straßen, ab den 1950er Jahren gerieten sie mit dem Straßenverkehr dann in Konflikt. Die schmale technische Basis bedeutete auch vergleichsweise geringe Geschwindigkeiten. Der Konkurrenz des Pkw waren sie damals aus gleich mehreren Gründen nicht gewachsen. Allerdings wurden die alten Strecken meist in Zukunft weiter bedient, jedoch nun von dem Bus, der teilweise schon in den 1930er Jahren eingesetzt worden war.&lt;/span&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;Weiterführende Literatur:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Credé, Hans-Jürgen: Anmerkungen zur sozioökonomischen Bedeutung der Kleinbahnen., in: Die Museum-Eisenbahn 4, 1989, S. 35–43&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Fesche, Klaus: Auf zum Steinhuder Meer!: Geschichte des Tourismus am größten Binnensee Niedersachsens, Bielefeld 1998 (Kulturlandschaft Schaumburg 2).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Hansen, Nils; Tillmann, Doris: Dorferneuerung um 1900, Heide 1990 (Dithmarscher Schriftenreihe zur Landeskunde).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12pt;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif;&quot;&gt;Kleinbahnen, Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, &amp;lt;&lt;/span&gt;&lt;a style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif;&quot; href=&quot;http://www.geschichte-s-h.de/kleinbahnen/&quot;&gt;http://www.geschichte-s-h.de/kleinbahnen/&lt;/a&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif;&quot;&gt;&amp;gt;, Stand: 12.05.2017&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Mütter, Bernd; Meyer, Robert: Agrarmodernisierung im Herzogtum Oldenburg zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg: Marsch und Geest im intraregionalen Vergleich (Ämter Brake, Elsfleth und Cloppenburg), Hannover 1995 (Quellen und Untersuchungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Niedersachsens in der Neuzeit 18).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Rammelt, Hans-Dieter; Fiebig, Günther; Preuß, Erich: Geschichte der Klein- und Privatbahnen: Entwicklung, Bau, Betrieb, Berlin 1995 (Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Rogl, Hans Wolfgang; Kenning, Ludger: Die Steinhuder-Meer-Bahn, Nordhorn 1998.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Schivelbusch, Wolfgang: Geschichte Der Eisenbahnreise: Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert. Frankfurt am Main 2015.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Schneider, Karl H.: Schaumburg in der Industrialisierung. Bd. 2. Von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg., Melle 1995 (Schaumburger Studien 55).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Südbeck, Thomas: Motorisierung, Verkehrsentwicklung und Verkehrspolitik in der Bundesrepublik Deutschland der 1950er Jahre : zwei Beispiele ; Hamburg und das Emsland, 1992.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Thaer, Albrecht Daniel: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft, Berlin 1809.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Ziegler, Dieter: Eisenbahnen und Staat im Zeitalter der Industrialisierung: die Eisenbahnpolitik der deutschen Staaten im Vergleich, Stuttgart 1996.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; font-size: 12pt;&quot;&gt;Wolff, Gerd: Deutsche Klein- und Nebenbahnen. Bd. 10: Niedersachsen 2: Zwischen Weser und Elbe, Freiburg i. Br. 2005.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span style=&quot;font-size: 12.0pt; font-family: &apos;Times New Roman&apos;,serif; mso-fareast-font-family: &apos;Trebuchet MS&apos;; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: ZH-CN; mso-bidi-language: HI;&quot;&gt;Ziessow, Karl-Heinz; Griep, Wolfgang: Auf Achse: Mobilität im ländlichen Raum. Cloppenburg 1998 (Materialien &amp;amp; Studien zur Alltagsgeschichte und Volkskultur Niedersachsens 29)&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    <dc:subject>Dorf</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2017 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2017-11-06T10:35:29Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/1022434961/">
    <title>Es passiert doch einiges</title>
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    <description>&lt;p&gt;Hier ist es in den letzten Monaten sehr, sehr ruhig geworden. Das heißt aber nicht, dass nichts passiert ist. Wir haben in den letzten Jahren in verschiedenen Projektseminaren eine Reihe von Aktionen durchgeführt, etwa zum Ersten Weltkrieg oder zur Geschichte der kleinen Stadt Obernkirchen. Ergebnisse daraus werden jetzt nach und nach in der &lt;a href=&quot;http://www.lwg.uni-hannover.de/wiki/Erster_Weltkrieg_in_der_Region#Arbeiten_zu_regionalen_Erfahrungen_des_Ersten_Weltkriegs&quot;&gt;Lernwerkstatt Geschichte&lt;/a&gt; veröffentlicht, wobei gerade zwei Abschlußarbeiten online gestellt worden sind. Zu Obernkirchen beginne ich gerade mit einem kleinen &lt;a href=&quot;http://museum-obernkirchen.de/blog.html&quot;&gt;Blog&lt;/a&gt;, der ein wenig die verwaiste Seite des Museums Obernkirchen auflockern soll. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Außerdem wurde jetzt von unseren Studierenden bei Hypotheses ein Blog eingerichtet, &lt;a href=&quot;http://zeitraeume.hypotheses.org/&quot;&gt;Zeit.Räume&lt;/a&gt;, dort findet sich auch ein Beitrag zu einer &lt;a href=&quot;http://zeitraeume.hypotheses.org/298&quot;&gt;Lesung&lt;/a&gt;, die aus dem Projekt zum Ersten Weltkrieg hervor gegangen ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es passiert also an einigen Stellen etwas, aber im Gegensatz zu anderen, sind die Blogs derzeit für mich ein Beiwerk, wichtiger sind die direkten Kontakte und Gespräche. Damit sind, jedenfalls nach meiner Meinung, deutlich mehr Menschen gerade im regionalen und lokalen Kontext zu erreichen.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2015 KHSchneider</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/1022403723/">
    <title>Blog Befreiung 1945</title>
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    <description>&lt;p&gt;Nach einiger Zeit der Ruhe beginnt hier vielleicht doch wieder neues Leben. Als erstes möchte ich auf einen neuen Blog hinweisen der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. In einer Mitteilung heißt es:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;zum 70. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung haben niedersächsische Gedenkstätten, Vereine und Einzelpersonen unter der Adresse &lt;a href=&quot;http://blog.befreiung1945.de&quot;&gt;http://blog.befreiung1945.de&lt;/a&gt; eine Website erarbeitet, auf der seit dem 27. Februar täglich bis zum 8. Mai Ereignisse vorstellt werden, die sich vor 70 Jahren in Nordwestdeutschland ereignet haben. Die Beiträge werfen exemplarisch Schlaglichter auf Verbrechen, die Angehörige von SS, Gestapo, Polizei, Wehrmacht und Volkssturm, aber auch Zivilisten in den letzten Tagen des Krieges begangen haben. Zudem schildern sie die Situation der Häftlinge und Gefangenen in den Lagern und anderen Haftstätten kurz vor und nach ihrer Befreiung.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wir würden uns freuen, wenn Sie die Seiten besuchen, den Link der Website auf Ihre Homepage setzen, „twittern“ oder „liken“ oder auch diese Mail an Ihre Kolleginnen weiterleiten. &lt;br /&gt;Sie können auch auf Facebook den Link teilen: &lt;a href=&quot;https://www.facebook.com/GedenkstaetteBergenBelsen.&amp;quot;&quot;&gt;https://www.facebook.com/GedenkstaetteBergenBelsen.&quot;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2015 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2015-03-04T16:01:02Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/985930357/">
    <title>Das &quot;verschwundene&quot; Jahrhundert</title>
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    <description>&lt;p&gt;Mein Kollege Carl-Hans Hauptmeyer hat in der hannoverschen Zeitschrift „Stadtkind“ einen leicht ironischen Artikel über den aktuellen „Royals“-Hype in Hannover geschrieben. Tenor: 1913 wurde noch groß das bürgerliche Hannover zum 100-jährigen Jubiläum des Rathauses gefeiert und nun wird die Gegenpartei gleichfalls bejubelt, dabei spielte die Personalunion gar keine Rolle für die Stadt. Als ich das gestern gelesen habe, musste ich an den folgenden Text denken, den ich im Sommer in Dresden mal so nebenbei geschrieben und dann vergessen hatte, der im Inhalt eine andere Aussage enthält, aber derselben Irritation über die leicht irrationalen Feiern zur Personalunion geschuldet ist.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die Überschrift soll irritieren. Natürlich gab es das 18. Jahrhundert. Wenn man aber berücksichtigt, welche Entwicklungen im 18. Jahrhundert stattfanden, dann erfassten davon einige wichtige Hannover, die Stadt und das Kurfürstentum, eben nicht, sie kamen hier schlicht nicht vor. Blicken wir kurz ins 17. Jahrhundert. In einigen europäischen und deutschen Staaten stärkten die Fürsten ihre Macht gegenüber regionalen Gewalten, insbesondere gegenüber den Ständen, die weitgehend die Steuereinnahmen der Territorien kontrollierten. Die Abschaffung ständischer Steuerbewilligungsrechte mündete in das, was wir mit Absolutismus beschreiben (dass dieser Begriff eher problematisch ist, soll hier nur angedeutet werden). Gleichzeitig investierten die Fürsten in ihre Residenzen und Hauptstädte. Im 18. Jahrhundert wurde dieser Prozess massiv voran getrieben. In Kurhannover gab es Ende des 17. Jahrhunderts vergleichbare Entwicklungen. Sie wurden allerdings mit der Personalunion und dem Weggang des Herrschers abrupt unterbrochen. Die Landstände (und das heißt faktisch der Adel) behielten hier ihre Macht, Hannover wurde als Haupt- und Residenzstadt nicht weiter entwickelt. Die Stadt war am Anfang des 18. Jahrhunderts unbedeutend und sie war es auch noch Anfang des 19. Jahrhunderts. &lt;br /&gt;Das fällt besonders im Vergleich mit anderen Residenzstädten auf, wenn man sich allein die Bevölkerungszahlen ansieht (ich nehme hier die bei den Wikipediaartikeln zur Einwohnerentwicklung angegebenen Zahlen, wobei es im Falle Hannovers keine Daten für 1700 gibt, und runde sie zuweilen ab oder auf).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Berlin verdreifachte seine Einwohnerzahl im 18. Jahrhundert von etwas über 50.000 auf über 172.000; in München gab es 1800 mehr als anderthalb mal so viel Einwohner wie 1700 (40.450 zu 24.000), in Dresden gab es fast wie in Berlin fast eine Verdreifachen (21.300 zu 61.800). Und in Hannover? Dort gab es um 1700 ca. 11.000, 1766 11.800 Einwohner und 1811 16.800 Einwohner. Mit anderen Worten: In der späteren Hauptstadt des Landes Niedersachsen geschah innerhalb eines Jahrhunderts - nichts. Damit nicht genug, selbst im regionalen Vergleich war die Stadt zweitrangig. Für Braunschweig werden in der Wikipedia für das Jahr 1671 15.570 Einwohner angegeben, für 1773 23.400, für 1793 27.300. Hannover blieb also „zurück“, gegenüber großen Residenzstädten wie Berlin oder Dresden und selbst gegenüber einer kleinen wie dem benachbarten Braunschweig. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hannover, Stadt wie Land, blieben ein Jahrhundert nicht vollständig stehen, aber es gab kaum Entwicklungsimpulse. &lt;br /&gt;Der Kurfürst saß in London und spätestens seit dem dritten Georg hatte er keine besondere Beziehung mehr zu seinen Stammlanden. Zwar regierte er auch in Hannover weiter, aber er gestaltete nicht mehr. Adelige Räte entschieden, was im Land passierte. Und das bedeutete, es passierte kaum noch was. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun könnte man meinen, dass es vielleicht doch gar nicht schlecht war, wenn das Land keinen ehrgeizigen Herrscher hatte, wenn niemand das Land auspresste, um Kriege zu führen oder repräsentative Bauten zu errichten. Gewissermaßen bietet das von der Personalunion im Stich gelassene Hannover die Chance, einmal zu überprüfen, wenn ein Land sich völlig anders entwickelte als seine Nachbarn. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schreibe diese Zeilen in Dresden vom rechten Ufer der Elbe, nicht weit vom sogenannten Canaletto Blick. Der Unterschied ist verblüffend zu Hannover. Das liegt nicht allein an der Elbe. &lt;br /&gt;Dresden und erst recht Berlin haben im 18. Jahrhundert wichtige Entwicklungsschritte gemacht, die sich städtebaulich niedergeschlagen haben. Sicher,  es waren repräsentative Gebäude, ohne große Bedeutung für die einfachen Menschen.  Aber mit großer Wirkung für das Land. In Hannover fehlt diese Phase fast vollständig. Hannover hat kein repräsentatives Stadtschloß, keine besonderen Plätze, keine barocke, regelmäßig angelegte Neustadt, keine großen Museen, keine Schatzkammern, keine stadträumlichen Perspektiven (die hat erst nach dem Krieg Hillebrecht angelegt und die gefallen nun auch einigen nicht). Der Anfang mit Herrenhausen war gar nicht schlecht, auch das Leineschloß war ein Anfang, aber dann kam nicht mehr viel. Es fehlt aber fast alles, was den Ort auszeichnen könnte, ihm eine besondere Stellung zuweist. Diese städtebauliche Leere aus dem 18. Jahrhundert, als in anderen vergleichbaren Städten oft der Grundstock gelegt wurde für eine großstädtische Prägung, spiegelt die Leere im Lande wieder. Zwar waren in Calenberg die Landwirte stolz auf ihre hohen Erträge - zu Recht übrigens. Aber sonst geschah nicht wirklich viel. In Hannover fehlte der Kurfürst. Nicht nur die Stadt litt darunter,  sondern das Land als Ganzes. Im Innern wurden die Stände nicht entmachtet und damit die vielen Zwischengewalten.  Nach außen konnte das Land keine selbstständige Politik betreiben. Das wirkte sich nicht nur im Siebenjährigen Krieg aus,  sondern vor allem in der französischen Zeit. Hannover wurde zerschlagen,  während Bayern und Württemberg gerade dieser Zeit wichtige Impulse zum modernen Zentralstaat verdanken. Man stelle sich mal vor, Hannover hätte wie Sachsen, Bayern oder Württemberg Partner Napoléons werden können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hätte, wurde es aber nicht. Stattdessen wurde es in das neue Königreich Westphalen eingegliedert, dessen Hauptstadt - Kassel war. Während Konkurrenten wie Bayern oder Württemberg nicht nur von Mediatisierungen profitieren konnten, sondern die Eingliederungen nutzten, um einen einheitlichen Staat zu schaffen, geschahen in Hannover ganz andere Dinge. Und als dann die Franzosen fort waren, versuchte man in Hannover einfach den Status quo ante wieder her zustellen, während die anderen schon viel weiter waren. Abigail Green hat ein schönes vergleichendes Buch über diese neuen „Vaterländer“ des 19. Jahrhunderts geschrieben (Fatherlands: state-building and nationhood in nineteenth-century Germany, Cambridge 2001). &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Vermutung ist also eher: Hannover (der Stadt wie dem Land, aber vielleicht noch mehr der Stadt) „fehlt“ dies 18. Jahrhundert und das ist bis heute der Stadt anzumerken. &lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2014 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2014-09-17T16:13:51Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/876866578/">
    <title>Erster Weltkrieg</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/876866578/</link>
    <description>&lt;p&gt;Wieder zurück!&lt;br /&gt;Auf Digireg ist es lange recht ruhig gewesen. Das lag an zweierlei Dingen: Zum einen hatte ich - wieder einmal - kein besonderes Interesse, hier zu posten. Zum anderen habe ich ein paar andere Blogs angelegt und dort etwas geschrieben. Aber eigentlich ist es schade um Digireg und deshalb mache ich einen Versuch, hier wieder etwas zu notieren. In diesem Fall über das, womit ich mich zusammen mit einigen Studierenden seit etwa einem Jahr beschäftige: Aspekten des Ersten Weltkriegs in der Region.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Das klingt erst einmal recht allgemein, aber es geht um zunächst sehr konkrete Dinge. Christoph Rass aus Osnabrück hatte uns den Tipp gegeben, sich einmal genauer die Toten eines Ortes anzusehen: Wer sie waren, woher sie stammten, wo sie lebten, wo sie starben. Er hat es mit seinen Leuten inzwischen zu einer gewissen Meisterschaft gebracht (u.a. arbeitet er mit einem GIS), die wir in Hannover noch nicht erreicht haben. &lt;br /&gt;Die Idee hinter diesem Projekt ist, zum einen nach den sozialen Folgen des Todes vieler junger Männer zu fragen, zum anderen sie als eine mehr oder weniger repräsentative Gruppe der damaligen Soldaten anzusehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So haben wir im letzten Jahr zunächst die Gefallenen der beiden Kleinstädte Bückeburg und Rinteln erfasst - es waren knapp über 400 von 11.000 Einwohnern - sowie deren Herkunft und die Sterbeorte. Die große Herausforderung war die Ermittlung der Toten, denn die vorhandenen Listen sind oft interpretationsfähig und ohne die örtlichen Personenstandsnachweise wären wir nicht weiter gekommen. &lt;br /&gt;Immerhin konnten wir so die starke räumliche Verteilung der Gefallenen ermitteln und damit das Bild korrigieren, das immer noch viele vom Ersten Weltkrieg haben, nämlich dass dieser sich vornehmlich an der Westfront abgespielt hat. Viele sind auch gar nicht an der Front gefallen, sondern im Lazarett, zuweilen sogar in direkter Näher ihrer Heimatorte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Erste Weltkrieg wird zudem immer wieder mit einem mörderischen Stellungskrieg verbunden, die Schlachten an der Somme oder vor Verdun können dabei als Beispiel dienen. Zugleich sind die Soldaten aus unseren beiden bisherigen Untersuchungsgemeinden vornehmlich im ersten und letzten Kriegsjahr gefallen, nicht im Jahr 1916. Das entspricht zwar auch den allgemeinen Daten, ist aber dennoch auch für das lokale Geschehen bedeutungsvoll gewesen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was uns überrascht hat, ist die starke Streuung der Einheiten, in denen die Gefallenen gedient haben. Für beide Städte gab es „Heimateinheiten“, in Rinteln war es das Hamelner IR 164, in Bückeburg das dort stationierte Jägerbataillon 7. Während in letzterem noch eine größere Zahl der Gefallenen gedient hatte, ist in Rinteln die Streuung erheblich. Hier gehörte noch nicht einmal jeder 10. Gefallene dem „Heimatregiment“ an. Für das kleine Heidedorf Hösseringen konnten wir übrigens in einer Schulchronik alle Kriegsteilnehmer ermitteln. Dort war die Streuung noch größer: 44 Kriegsteilnehmer und eben so viel Einheiten. Zwar waren einige, maximal drei, in einer Einheit, aber andere dienten während des Krieges in bis zu drei Einheiten. Die Mobilität der Soldaten dürfte erheblich gewesen sein: Viele Einheiten wechselten mehrfach den Kriegsschauplatz (dazu gehörten auch die 164er), Versetzungen zwischen Einheiten dürften häufiger gewesen sein als oft angenommen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allein die Daten der Gefallenen zu erfassen, macht trotz vieler Teilerkenntnisse wenig Sinn. Wir haben also versucht, noch möglichst viele weiterer Informationen, insbesondere über die Personen, zu ermitteln. Die staatliche Archivüberlieferung war allerdings dabei nur bedingt hilfreich, hier fand sich verlgeichsweise wenig Archivmaterial. Immerhin ist es gelungen, vor allem dank des Einsatzes einer Studentin, mittlerweile an viele persönliche Zeugnisse zu gelangen, die im aktuellen Semester systematisch ausgewertet werden sollen. Darunter befindet sich auch eine handbestickte Mappe nicht nur mit Briefen der beiden Söhne einer Bückeburger Familie, sondern vor allem - beide Söhne waren im November und Dezember 1914 binnen fünf Wochen gefallen - auch die Beileidsschreiben von Verwandten, Freunden und Verwandten. Viele sind ohne Ortsangabe und oft nur vorgedruckte Kärtchen meist mit einem handschriftlichen Zusatz versehen, vermutlich aus Bückeburg stammend, aber eine Reihe kommt von außerhalb, wobei es sich in diesem Fall um längere Briefe handelt. Sie zeigen zum einen die weitgehenden verwandtschaftlichen Beziehungen der Familie, die weit über den Wohnort hinaus gingen, sie belegen aber auch, mit welchen Worten und Strategien versucht wurde, sich mit dem Tod der beiden Brüder auseinander zu setzen. Was zumindest bei einer ersten Durchsicht sich andeutet: Die Schreiben wirken keineswegs standardisiert, sondern sehr individuell und setzen sich immer auch mit der Unmöglichkeit, Trost zu spenden, auseinander. Zuflucht wird immer wieder bei Gott gesucht. Der Heldentod oder das Vaterland spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Hier könnte die Möglichkeit bestehen, Traueranzeigen, von denen immer zu vermuten ist, dass sie öffentliche Erwartungen berücksichtigen, mit einer anderen Quelle zu kombinieren. Bislang haben wir nur diese eine Quelle, werden aber nach weiteren suchen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und weiter? In den nächsten Wochen sollen diese und andere Quellen erfasst und ausgewertet werden, außerdem wollen wir im Landkreis Uelzen die dort vorhandenen zahlreichen Schulchroniken daraufhin untersuchen, ob sie weitere Aufstellung der Soldaten enthalten wie wir sie für Hösseringen gefunden haben. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Spätestens im Winter werden wir wohl auf unserer Lernwerkstatt Ergebnisse dieser Arbeit präsentieren. Eine Masterarbeit über Rinteln in der Anfangsphase des Krieges ist zudem auch schon im Rahmen des Projektes erschienen, die wir auf der Lernwerkstatt veröffentlichen werden.&lt;/p&gt;</description>
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    <dc:date>2014-05-13T15:39:25Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/491548130/#506933542">
    <title>Nachtrag: die im September getestete Version hatte noch einige Probleme, die aktuelle...</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/491548130/#506933542</link>
    <description>Nachtrag: die im September getestete Version hatte noch einige Probleme, die aktuelle scheint dagegen einwandfrei zu arbeiten.</description>
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    <dc:date>2013-10-14T03:25:36Z</dc:date>
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    <title>Fließbandarbeit</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/498222028/</link>
    <description>&lt;p&gt;Vor 100 Jahren begann Henry Ford erfolgreich mit der Fließbandproduktion (http://www.zeit.de/video/2013-10/2725958087001/technikgeschichte-vor-100-jahren-begann-bei-ford-in-den-usa-die-fliessbandarbeit), aber er war nicht der erste, in Hannover war man schneller (aber leider erfolgloser): &lt;a href=&quot;http://www.damals.de/de/16/Aufstieg-und-Fall-eines-Eisenbahnkoenigs.html&quot;&gt;http://www.damals.de/de/16/Aufstieg-und-Fall-eines-Eisenbahnkoenigs.html&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
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    <dc:date>2013-10-07T14:08:27Z</dc:date>
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    <title>Meine Dörfer</title>
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    <description>&lt;p&gt;Bei der Vorbereitung meiner letzten Vorlesung &amp;uuml;ber Dorf und Region habe ich angefangen, meine sehr pers&amp;ouml;nlichen Eindr&amp;uuml;cke und Erfahrungen &amp;uuml;ber die D&amp;ouml;rfer aufzuschreiben, in denen ich gearbeitet und teilweise auch gelebt habe. Nach einigem &amp;Uuml;berlegen habe ich diese Erfahrungen - mit meist knappen Literaturangaben versehen - in einem kleinen Weblog begonnen zu ver&amp;ouml;ffentlichen. Es werden noch ein paar D&amp;ouml;rfer dazu kommen. Hier findet man die Eintr&amp;auml;ge:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://meinedoerfer.blogspot.de/&quot;&gt;http://meinedoerfer.blogspot.de&lt;/a&gt;/&lt;/p&gt;</description>
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    <dc:date>2013-09-29T21:23:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/491548690/">
    <title>Lernen</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/491548690/</link>
    <description>&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font: 16.0px Ubuntu;&quot;&gt;Bislang war ich immer sehr skeptisch, was das &quot;Lernen aus der Geschichte&quot; angeht. Mittlerweile bin ich da vorsichtiger. Nicht, dass es ein einfaches Lernen aus der Geschichte g&amp;auml;be, aber es w&amp;auml;re vielleicht doch sinnvoller, wenn bei strukturellen Entscheidungen in diesem Land kompetente Historiker beteiligt w&amp;uuml;rden. Das aktuelle Desaster um den Jade-Weser-Port ist f&amp;uuml;r mich da ein gutes Beispiel. Mit einem immensen Aufwand wurde ein Tiefwasserhafen in Konkurrenz zu Bremerhaven und Hamburg aufgebaut. Dagegen w&amp;auml;re ja nichts einzuwenden. Nur: Wilhelmshaven bietet eine lange Geschichte der nicht nutzbaren Chancen. Oder anders formuliert: Das Projekt, aus einem Nur-Kriegshafen einen erfolgreichen und konkurrenzf&amp;auml;higen Tiefwasserhafen zu machen, ist nicht neu, sondern hat eine lange Vorgeschichte. Zun&amp;auml;chst wurde direkt nach 1945 der Hafen samt der Werft systematisch zerst&amp;ouml;rt. Danach versuchte man es mit neuen zivilen und nicht-maritimen Produkten, ab Mitte der 1950er Jahre wurde nicht nur Marine hier stationiert, sondern sp&amp;auml;ter sollte der vorhandene Tiefwasserhafen als Standortvorteil genutzt werden, doch die interne Konkurrenz, siehe oben, war immer st&amp;auml;rker. Lange Strukturen k&amp;ouml;nnen offenkundig nicht kurzfristig ver&amp;auml;ndert werden. Dazu geh&amp;ouml;rt auch die strukturell schlechte Anbindung an das &quot;Hinterland&quot; - ebenfalls ein keineswegs neues Problem.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &lt;span style=&quot;font: 16.0px Ubuntu;&quot;&gt;Angesichts dieser Vorgeschichte erscheint es zumindest von au&amp;szlig;en als ein reichliches waghalsiges Man&amp;ouml;ver, was da versucht wurde. Der tiefe Hafen allein reicht nicht und wird auch nicht reichen. Warum, frage ich mich, wurden diese strukturellen Probleme nicht erst gel&amp;ouml;st, ehe ein teurer Hafen gebaut wurde?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt; &lt;span style=&quot;font: 16.0px Ubuntu;&quot;&gt;Zur aktuellen Situation:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font: 16.0px Ubuntu; color: #042eee;&quot;&gt;&lt;span style=&quot;text-decoration: underline;&quot;&gt;http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/Wenig-Betrieb-JadeWeserPort-spuelt-kein-Geld-in-die-Kasse &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;</description>
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    <dc:date>2013-09-21T08:59:25Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/491548130/">
    <title>Bibliographix 10</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/491548130/</link>
    <description>&lt;p&gt;Zu den Windows-Zeiten habe ich gern mit Bibliographix gearbeitet. Das war vor ein paar Jahren ein Programm, das in damals fast einzigartiger Weise Literatur- und Zettelverwaltung vereinte und dem damals inzwischen sehr verbreiteten Citavi &amp;uuml;berlegen war. Dann wechselte ich zum Mac und dann war die gute Zeit mit Bibliographix vorbei. Citavi lockte noch mit einer baldigen Mac-Version, stellte dann aber die Arbeiten daran ein. Ich wechselte damals zu Zotero und habe das auch nicht bereut. Mittlerweile wurde Bibliographix nicht nur weiter entwickelt und kostenlos angeboten, sondern seit neuestem - ich bin gerade erst darauf gesto&amp;szlig;en - gibt es Bx in einer v&amp;ouml;llig neuen Version, die auch auf dem Mac l&amp;auml;uft und demn&amp;auml;chst auch unter Linux zur Verf&amp;uuml;gung stehen soll. Wer noch die alten Windows-Dateien von Bx 9 hat, kann diese unter Windows konvertieren und mit dem neuen Programm weiter nutzen - auch in der Cloud. Das Programm ist sehr klein und schnell, besteht nun aus insgesamt vier Teilprogrammen. Importm&amp;ouml;glichkeiten aus Katalogen sind begrenzt auf den GBV. Mehr kann ich noch nicht sagen, aber ein ausf&amp;uuml;hrlichere Besch&amp;auml;ftigung mit dem Programm ist sicher sinnvoll. Es wird von einer Person, er bietet um eine Spende. Hier finden sich weitere Infos: &lt;a href=&quot;http://bibliographix.de/&quot;&gt;http://bibliographix.de/&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
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    <dc:date>2013-09-19T20:52:10Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/483766511/">
    <title>Ein Apartment in Berlin</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/483766511/</link>
    <description>&lt;p&gt;Beitrag zu einem irritierenden, vielschichtigen Film, besonders die Passagen ab Stunde 1: &lt;a href=&quot;http://www.scilogs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/holocaust/2013-09-09/reflexionen-zu-ein-apartment-in-berlin&quot;&gt;http://www.scilogs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/holocaust/2013-09-09/reflexionen-zu-ein-apartment-in-berlin&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
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    <dc:date>2013-09-11T09:17:52Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465681014/#472715129">
    <title>So ein freies, gemeinsames Quellenarchiv wäre perfekt. Wenn das Laien schaffen, warum...</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465681014/#472715129</link>
    <description>So ein freies, gemeinsames Quellenarchiv wäre perfekt. Wenn das Laien schaffen, warum wir nicht?</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ChaosPhoenix</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-10T08:48:33Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465680872/#472715128">
    <title>Die Geschichtswissenschaft ist durch das Netz multimedial geworden. An Quellen waren...</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465680872/#472715128</link>
    <description>Die Geschichtswissenschaft ist durch das Netz multimedial geworden. An Quellen waren wir schon immer vielschichtig interessiert, wobei Bilder und ähnliches auch einen schlechten Stand haben. Jetzt interessieren uns nicht nur viele Quellengattungen, sondern wir produzieren auch viele verschiedene Formate. Schade nur, dass alle anscheinend wertlos sind, wenn sie nicht gedruckt wurden.</description>
    <dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ChaosPhoenix</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-10T08:47:28Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/472714406/">
    <title>Wichtiges Plädoyer für offene Publikationsformen, auch für Abschlußarbeiten</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/472714406/</link>
    <description>&lt;p&gt;Ein Vortrag von Klaus Graf, in dem er auch die Publikation f&amp;uuml;r Abschlu&amp;szlig;arbeiten (aber nicht nur die pl&amp;auml;diert), au&amp;szlig;erdem ein Verweis auf &amp;Ouml;sterreich, wo das schon geschieht: &lt;a href=&quot;http://archiv.twoday.net/stories/472713645/&quot;&gt;http://archiv.twoday.net/stories/472713645/&lt;/a&gt; Passt gut zu #digigw2013&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-08T20:02:38Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465681448/">
    <title>Entschleunigen</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465681448/</link>
    <description>Letzte Woche haben wir in H&amp;ouml;sseringen wieder eine Projektwoche durchgef&amp;uuml;hrt (Sommeruni genannt), auf der wir Zeugnisse zum Ersten Weltkrieg ausgewertet haben, jetzt denken wir &amp;uuml;ber eine Pr&amp;auml;sentation der Ergebnisse nach, wobei derzeit in Richtung eines Blogs denken, aber nach den Erfahrungen der letzten Tage k&amp;ouml;nnte ich mir auch eine L&amp;ouml;sung via Twitter vorstellen. Ein Aspekt bei der Lek&amp;uuml;re von Zeugnissen wie Feldpostbriefen ist die Perspektiven der Schreiber und der Leser. Vor welchem Hintergrund haben sie die Texte geschrieben, welche Erwartungen waren damit verbunden, was wollte man schreiben, was durfte man und was auf keinen Fall. Gestern bin ich dann durch Zufall auf einen Satz wie diesen gesto&amp;szlig;en:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Der Anliegen, Geschichte zu entschleunigen, setzt sich zum Ziel die essentielle Unbestimmtheit von Geschichte deutlich werden zu lassen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Satz findet sich hier: &lt;a href=&quot;http://info.umkc.edu/dfam/projekt/entschleunigen/&quot;&gt;http://info.umkc.edu/dfam/projekt/entschleunigen/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er bezieht sich auf ein Projekt, das genau diesen Ansatz verfolgt und den heutigen Leser wie die vergangenen Autoren im Unklaren dar&amp;uuml;ber l&amp;auml;&amp;szlig;t, wie die Geschichte ausgeht.</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-05T20:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465680376/#465681440">
    <title>Ach, nicht schade, die Diskussion hier und bei Twitter hat ja was bewegt und vielleicht...</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465680376/#465681440</link>
    <description>Ach, nicht schade, die Diskussion hier und bei Twitter hat ja was bewegt und vielleicht sehen wir uns ja woanders wieder. Für mich stellt sich aber doch die Frage nach der Relevanz solcher Veranstaltung, wenn trotz physischer Anwesenheit die  wirklich spannenden Dinge in der virtuellen Welt verhandelt werden. Und sonst hat mir diese Tagung, diese eine Stunde!, neuen Auftrieb gegeben. Das ist zwar egoistisch, aber es tut gut. &lt;br /&gt;
Bis bald ;-)</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-05T20:11:08Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465680376/#465681178">
    <title>Schade zum 2.</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465680376/#465681178</link>
    <description>Ich stimme Christoph Schoech zu: In der Tat ist es schade, diesen sehr interessanten und klugen Kommentar nicht auf der Tagung gehört zu haben. Gute Vorlage hin oder her, ich habe mich über die, von Seiten des Publikums doch relativ verhaltene Diskussion gewundert. Hinterher, auf den Fluren wird es dann immer sehr lebendig und die Beschwerden lang und breit ausgeführt. Schade…</description>
    <dc:creator>Annette Schuhmann</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 Annette Schuhmann</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-05T09:15:43Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465681014/">
    <title>Ideen</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465681014/</link>
    <description>Die gestrige Tagung in Braunschweig zu digitalen Geschichtswissenschaft hat schon jetzt eine erfreuliche Wirkung gezeigt. Dazu zwei Anmerkungen. auch als Antwort zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://blog.stummkonzert.de/2013/09/fazit-zur-digigw2013/&quot;&gt;http://blog.stummkonzert.de/2013/09/fazit-zur-digigw2013/&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum einen zur Nachhaltigkeit. Hier sehe ich besonders mit Blick auf frühere, innovative Projekte von Jenks, Imhof oder den Kölner Wirtschaftshistorikern vor allem die Hochschulen in der Pflicht. Die schalten nämlich gern Server von Kollegen ab, die entweder die Hochschule verlassen haben oder in den Ruhestand gegangen sind. Wenn es gut läuft, sind noch ein paar Reste zu finden, zuweilen sind aber alle Daten weg oder zumindest gibt es die Links nicht mehr. Mein, zugegeben, sehr subjektiver Eindruck ist, dass die Hochschulen sich zu wenig um die Sicherung und dauerhafte Verfügbarkeit ihrer digitalen Daten Gedanken machen. Ich versuche derzeit daraus den Schluß zu ziehen, dass meine Daten einer anderen Institution übergeben werden, um zu erreichen, dass sie auch nach 2019 (dann endet meine Dienstzeit) noch verfügbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Beispiele zeigen aber auch, dass vieles möglich ist, wenn man einfach nur anfängt. Die Kölner haben ein beeindruckendes Angebot an digitalisierten Texten online gestellt - ohne Fördermittel, nur mit einem eigenen Scanner ausgestattet, sogar ganz allein. Warum soll das nicht mehr möglich sein? Also vielleicht einfach nur anfangen? Und warum nicht zunächst etwas kleiner? Darauf ließe sich aufbauen. Blogs sind schnell eingerichtet, ein Wiki ebenfalls. Wenn es nicht sofort öffentlich sein soll, gäbe es Google Docs und Co.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vorschlag oder besser meine Frage wäre deshalb: Gibt es nicht Themen, die mehrere Kolleginnen/Kollegen gemeinsam bearbeiten können, indem sie sammeln, bereitstellen, gemeinsam ein Thema weiter entwickeln? Um es nicht zu theoretisch werden zu lassen, hier ein paar Vorschläge. &lt;br /&gt;
Ich arbeite gerade in drei kleinen, regionalen Projekten über den Ersten Weltkrieg. Neben der Erfassung von Daten zu den Toten spielt die Zeitungsauswertung gerade für den Juli 1914 eine größere Rolle, dann aber auch andere Überlieferungen wie Feldpostbriefe. Hier könnte ich mir in der einen oder anderen Form ein gemeinsames Projekt vorstellen. Gerade regionale Projekte könnten durch den Austausch und damit den Vergleich profitieren. Es sind übrigens alles studentische Projekte, forschendes Lernen und projektorientiertes Arbeiten sind dabei immer implementiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zweites Thema: Wir haben - zugegeben, etwas einfach - vor Jahren für unsere Studienanfänger in der Lernwerkstatt Geschichte ein virtuelles Tutorium begonnen. Derzeit planen wir, es zu überarbeiten, weil es einfach nicht mehr Stand der Dinge ist. Es gibt eine Reihe anderer, optisch und inhaltlich durchaus interessanterer Projekte. Aber wie wäre es, wenn mehrere sich mit der Frage beschäftigen, wie im Netz eine sinnvolle, nutzbare und entwicklungsoffene Einführung in das digitale Geschichtsstudium aussehen könnte. Die Ergebnisse könnten entweder zentral oder auch dezentral (und dann ggf. mit Varianten) anschließend im Netz publiziert werden. Literatur gibt es dazu genug, aber offenkundig reichen die bekannten Einführungen nicht aus, um Studierende und Lehrende zu einem offeneren Umgang mit dem Netz und dem Digitalen zu bewegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja nicht so, dass bislang nichts geschehen ist (und der Eindruck, der in Braunschweig vermittelt wurde, hat mich zunächst so frustriert). Aber es gibt offenbar auch das Interesse an einer neuen Bewegung, wobei mir das kollaborative Arbeiten über das Netz besonders ertragreich zu sein scheint. Die obigen Überlegungen können vielleicht dazu als Anregung dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach ja, hier noch die Links:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Kölner Digitalisierungsprojekt und den aktuellen Problemen: &lt;a href=&quot;http://archiv.twoday.net/stories/434207191/&quot;&gt;http://archiv.twoday.net/stories/434207191/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Das angesprochene virtuelle Tutorium findet sich unter: &lt;a href=&quot;http://www.lwg.uni-hannover.de/wiki/Das_virtuelle_Tutorium&quot;&gt;http://www.lwg.uni-hannover.de/wiki/Das_virtuelle_Tutorium&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-04T23:28:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465680872/">
    <title>Freiheit</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465680872/</link>
    <description>&lt;p&gt;Die gestrige Sitzung in Braunschweig hat mich nachdenklich werden lassen. Meine Frage war, was bedeutet das Netz, bzw. die digitale Weltf&amp;uuml;r mich? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, zu allererst Freiheit! Freiheit von den Grenzen der analogen Welt. Digitales bedeutet Entgrenzung. Nicht mehr abh&amp;auml;ngig zu sein von den begrenzten Best&amp;auml;nden einer einzelnen Bibliothek, von der realen Existenz des einen Buches, von der Begrenzung nur auf Texte. Von der m&amp;uuml;hseligen Arbeit mit Lernenden mal ganz zu schweigen. Gerade bei letzteren haben sich f&amp;uuml;r flexible Lehrformen ganz neue M&amp;ouml;glichkeiten aufgetan. Als wir vor ca. 10 Jahren mit Stud.Ip begannen, war ich sofort dabei, ein Wiki (unsere Lernwerkstatt Geschichte) l&amp;ouml;ste das Problem der statischen Seiten. Digitale Fotos bieten erstens bessere Qualit&amp;auml;t als Fotokopien, sind schnell erstellt und ausgetauscht und dabei optimal f&amp;uuml;r projektorientierte Quellenarbeit (gerade letzte Woche wieder gemacht). Blogs schaffen Raum f&amp;uuml;r &quot;kleine Texte&quot;. Diese Reihe lie&amp;szlig;e sich fortf&amp;uuml;hren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich das erste iPad in der Hand hatte (vorher hatte ich es f&amp;uuml;r &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssig gehalten) konnte ich einen Quellentext wie in einem Buch mit mir mitf&amp;uuml;hren und damit Gruppenarbeit von Studierenden besser begleiten. Das erste iPad hatte noch keine Kamera, mein iPad mini ist ein perfekter Kompromiss aus den verschiedenen Anforderungen. Dank Evernote kann ich meine Notizen immer mitnehmen &amp;hellip; usw.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Historische Bilder k&amp;ouml;nnen wir systematisch erfassen und diskutieren, Filme nicht nur sehen, sondern auch erstellen (gerade produzieren wir Kurzfilme &amp;uuml;ber Hannover am Vorabend des Ersten Weltkriegs). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dank Google Docs k&amp;ouml;nnen wir kollaborativ arbeiten. Und das tollste: All das ist extrem kosteng&amp;uuml;nstig zu nutzen, die Infrastruktur stellen andere bereit (wie die Uni f&amp;uuml;r Stud.Ip oder Google). Und wenn ich bezahle, wie bei Evernote oder der Dropbox, dann ist das sehr wenig Geld.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Digitale ist also kein Selbstzweck, sondern f&amp;uuml;r mich erleichtert es insbesondere die flexible Lehre. Es bietet ganz neue M&amp;ouml;glichkeiten und Perspektiven. Es gibt uns die Freiheit, Vergangenheit neu zu entdecken, neue Fragen zu stellen und die Dinge auf neue Art zu vermitteln. Ob wir analog oder digital arbeiten, ist damit nicht zu wichtig, wir entschieden danach, welche Variante am besten zum Ziel f&amp;uuml;hrt, wir arbeiten also &quot;dialog&quot;, vermischen Analoges und Digitales. &lt;br /&gt;Das ist die Freiheit, die ich meine. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-04T15:59:51Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465680376/#465680692">
    <title>Schade</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465680376/#465680692</link>
    <description>Lieber Kollege, Danke für den Bericht. Ihrer Darstellung nach scheint mir, die Veranstaltung hätte von Ihrer Präsenz profitieren können!</description>
    <dc:creator>ChristofSchoech</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ChristofSchoech</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-04T09:55:42Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465680376/#465680686">
    <title>Gegen Ende fand man sich so in einer alles ist/ wird gut Stimmung ein, was das Publikum...</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465680376/#465680686</link>
    <description>Gegen Ende fand man sich so in einer alles ist/ wird gut Stimmung ein, was das Publikum gar nicht so sah und Teile des Podiums durchaus durcheinander brachten. Anette Schuhmann (@zeitgeschichte) und Mareike König (@mareike2405) haben da wunderbare Vorlagen geliefert.&lt;br /&gt;
Was allerdings von den Institutionen berechtigt immer wiederholt wurde ist, dass wir uns jetzt anfangen Fragen zu stellen, die in anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen lange beantwortet sind. Die Tagung wird ja auch als Video online gestellt, also verpasst Du eigentlich auch nichts.</description>
    <dc:creator>ChaosPhoenix</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ChaosPhoenix</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-04T09:35:19Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465680376/">
    <title>Digitale Geschichtswissenschaft</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465680376/</link>
    <description>&lt;p&gt;AG Digitale Geschichtswissenschaft&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute fand in Braunschweig eine vielbeachtete Tagung der AG Digitale Geschichtswissenschaft im Deutschen Historikerverband statt - und ich bin nach einer Stunde entt&amp;auml;uscht gegangen. Vielleicht war das ein Fehler, aber das Interessante der ersten Stunde waren ohnehin nicht die &quot;analogen&quot; Elemente der Tagung, sondern die digitalen, sprich die Twitterkommentare (#digigw2103). Auf der R&amp;uuml;ckfahrt habe ich nicht nur weiter bei Twitter reingesehen, sondern auch &amp;uuml;berlegt, was mich so irritiert hat. Ich m&amp;ouml;chte das hier kurz zusammen fassen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zun&amp;auml;chst und zuallererst hat mich die Tatsache verst&amp;ouml;rt, als sei das Digitale noch immer etwas Neues. Vor 15 Jahren h&amp;auml;tte ich das noch verstanden, aber nicht mehr heute. Wir sind l&amp;auml;ngst alle in einer digitalen (ich habe hier mal von der dialogen Welt geschrieben) Welt angekommen, ob uns das nun passt oder nicht. Einige tun allerdings immer noch so, als gelte das nur in eingeschr&amp;auml;nktem Ma&amp;szlig;e f&amp;uuml;r sie. So konstruieren sie sich weiter eine analoge Welt. Dass die B&amp;uuml;cher, auf die sich so gern bezogen wird, l&amp;auml;ngst nur noch in Teilen analog sind, wird dabei gern vergessen. Von der Emailkorrespondenz, vom Nachschlagen in Wikipedia oder bei HSozKult ganz zu schweigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daraus ergibt sich die Frage, weshalb wir von digitaler Geschichtswissenschaft sprechen, wo doch Geschichtswissenschaft wie unsere gesamte Wissensgesellschaft l&amp;auml;ngst auf digitalen Beinen steht. Das Problem ist eher der Grad des Digitalen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit h&amp;auml;ngt mein zweites Problem zusammen: Wenn letztlich alles digital ist, m&amp;uuml;ssten wir st&amp;auml;rker differenzieren zwischen unterschiedlichen, sagen wir mal, Nutzungsszenarien. Mir f&amp;auml;llt da eine grobe Zweiteilung ein:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum einen die allt&amp;auml;gliche Nutzung etwa &amp;uuml;ber das Bloggen, das Arbeiten mit Studierenden &amp;uuml;ber das Wiki in Stud.Ip oder &amp;uuml;ber Moodle, das Bearbeiten von Wikipedia-Artikeln (gut, habe ich schon l&amp;auml;nger nicht mehr gemacht) oder einem anderen Wiki, wie unsere LWG. Dazu geh&amp;ouml;rt f&amp;uuml;r mich auch das Lesen von eBooks oder pdfs (etwa die B&amp;uuml;cher aus digi20) und manches mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daneben lie&amp;szlig;e sich die wissenschaftliche Arbeit im engeren Sinn positionieren, also gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere digitale Projekte wie ein Buch bzw. eine komplexe Website, ein digitales Forschungsprojekt. Das ist der Bereich, der am ehesten mit dem traditionellen, in wissenschaftlichen Verlagen publizierten B&amp;uuml;chern verglichen werden kann und bei dem sich das Problem der Qualit&amp;auml;tssicherung am ehesten stellt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Davon abgrenzen w&amp;uuml;rde ich die gro&amp;szlig;en Digitalisierungsprojekte der Archive und Bibliotheken. Das ist im Kern keine Aufgabe von Historikern und sollte m.E. hier nicht weiter diskutiert werden, auch wenn die Ergebnisse der Digitalisierung f&amp;uuml;r Historiker von gr&amp;ouml;&amp;szlig;ter Bedeutung sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mich weiter wundert, ist die Haltung vieler Diskutanten, die eher in die Richtung geht: Ach, muss man das denn auf so neue Art machen, es ging doch auch anders (analog) ebenso gut. Oder: Ja, aber da ist doch die &quot;Maschine&quot; einfach zu pr&amp;auml;sent, wir d&amp;uuml;rfen den menschlichen Faktor nicht vernachl&amp;auml;ssigen. Was mir fehlt, ist eine Haltung, die etwa so formuliert: Es gibt da ein Problem, eine Frage, eine Herausforderung, die wir bislang nicht&amp;nbsp; l&amp;ouml;sen konnten. Lasst uns doch mal sehen, ob wir das nicht mit Hilfe digitaler M&amp;ouml;glichkeiten hinkriegen k&amp;ouml;nnen. (Und das ist vorsichtig formuliert.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;F&amp;uuml;r mich sind immer noch die Genealogen vorbildlich. Sie brauchen viele Daten, um Lebenswege und Biographien verfolgen zu k&amp;ouml;nnen. Diese Daten kann ein Einzelner oder eine kleine Gruppe nie zusammen stellen, aber viele, miteinander verkn&amp;uuml;pft Arbeitende k&amp;ouml;nnen das dann doch. Etwa mehrere Millionen Datens&amp;auml;tze von Soldaten des Ersten Weltkriegs erfassen, damit sie anschlie&amp;szlig;end von anderen ausgewertet werden k&amp;ouml;nnen. Warum kriegen wir Wissenschaftler das nicht hin? Ans&amp;auml;tze gab es vor langer Zeit, als Stuart Jenks das Zeitschriftenfreihandmagazin mit vielen anderen Kollegen erstellte. Aus heutiger Sicht ist davon das Ergebnis veraltet, hier haben die Bibliotheken &quot;ganze Arbeit&quot; geleistet und es ist ein damals wohl kaum vorstellbarer Fortschritt gelungen. Die Methode aber ist, falls ich das richtig sehe, nicht fortgef&amp;uuml;hrt worden. Die Methode besteht f&amp;uuml;r mich darin, die uns an mehreren Stellen zur Verf&amp;uuml;gung gestellte Infrastruktur des Netzes zu nutzen und sie zu verkn&amp;uuml;pfen mit einem geringen Zeitaufwand. Wenn das genug Leute machen, kann etwas gelingen, was bis dahin nicht m&amp;ouml;glich war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Beispiel: Wir erfassen auf Anregung von Christoph Rass (der das in noch gr&amp;ouml;&amp;szlig;erem Stil in Osnabr&amp;uuml;ck macht) gerade Gefallenenlisten des Ersten Weltkriegs. Diese Daten sollen anschlie&amp;szlig;end nach sehr unterschiedlichen Aspekten ausgewertet werden, etwa wo und wann die Soldaten gefallen sind, ob sie Ehefrauen hinterlie&amp;szlig;en u.a.m. Ganz nebenbei f&amp;uuml;hrt uns die Auswertung dieser Daten auch zu einem neuen, differenzierten Verst&amp;auml;ndnis des Krieges. Bei der Arbeit sind wir auch auf Orts- und Kirchenchroniken gesto&amp;szlig;en. Vermutlich wird es in den n&amp;auml;chsten Jahren weitere lokale Projekte geben, weil eine kleine Arbeitsgruppe (bei uns sind Studierende eines Projektseminars) nur ein begrenzte Anzahl von Daten erfassen k&amp;ouml;nnen. Bei einem kollaborativen Projekt mehrerer Hochschulen w&amp;uuml;rde sich die Datenbasis und w&amp;uuml;rden sich die Perspektiven auf das Thema erheblich erweitern. Im Augenblick versuchen wir auf regionaler Ebene zu einer engeren Kooperation mit Laienforschern zu kommen (&quot;Wissenschaft trifft Laienforschung&quot; oder anders: Cizizen Science).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Faszinierende aus wissenschaftlicher Sicht besteht f&amp;uuml;r mich darin, dass wir durch - kosteng&amp;uuml;nstige! - Kooperation Zusammenh&amp;auml;nge herstellen und vermitteln k&amp;ouml;nnen, die mit den bisherigen Methoden &amp;uuml;berhaupt nicht denkbar waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das geht aber in eine andere Richtung, in die freiwilliger Kooperation, gegen eine teure Drittmittelpolitik, gegen Institutionalisierung. Das soll sich nicht gegen gute und aufwendige Drittmittelforschung richten, aber Digital Humanities k&amp;ouml;nnen m.E. in einem bestimmten Rahmen auch gut ohne Drittmittel auskommen.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    <dc:subject>Web 2.0</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-03T16:29:30Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/465679374/">
    <title>Dorfgeschichten</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/465679374/</link>
    <description>Vorweg:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich komme vom Dorf, einem richtigen Dorf mit damals 300 Einwohnern und ich kenne noch das Dorf, dem noch viele nachtrauern, dem mit Bauern und Landarbeitern, mit einem Dorfladen, einem Bäcker, einer Post, einer Kleinbahn, einer Molkerei, einer Ziegelei. Das Ende der meisten dieser Einrichtungen habe ich sogar auch noch erlebt, als ich Mitte der 1970er Jahre verlassen habe. Danach habe ich noch einmal 18 Jahre in zwei größeren Dörfern gelebt und &quot;nebenbei&quot; in vielen Dörfern als Historiker gearbeitet (Projektseminare zu Dorfgeschichte, begleitende Veranstaltungen zur Dorferneuerung), habe Weiterbildungskurse für Heimatforscher gegeben und dazu auch kleine Bücher produziert. Mein Dorfbild ist also sehr konkret und es ist eines aus der Perspektive von unten, denn meine Familie gehörte zu den &quot;kleinen Leute&quot;, Tagelöhner, Mägde, Schneider, Ziegeleiarbeiter, Arbeiter. Außerdem und vor allem habe ich mich wissenschaftlich immer wieder mit ländlichen Themen beschäftigt. Das, was ich hier jetzt schreibe, ist aber dennoch eine Zumutung, denn es fasst Dinge zusammen, die jeweils für sich lange Forschungsdiskurse benötigen. Dazu fehlt mir im Augenblick die Zeit und deshalb diese kritische Skizze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sehr unterschiedlichen Erfahrungen der letzten Jahrzehnten haben den Blick vielleicht geschärft für manche verharmlosenden Bilder vom Dorf, vom vermeintlich einfachen Leben auf dem Lande, von der Dorfgemeinschaft. So wie es immer wieder selbst in wissenschaftlichen Werken beschrieben wird, habe ich Dorf weder auf der einen (der eigenen Erfahrung vornehmlich in den 60er Jahren) noch der anderen Seite (bei Weiterbildungen in vielen norddeutschen Dörfern und als Wissenschaftler) erlebt. Diese einfachen Bilder vom bäuerlichen Dorf, von Gemeinschaft und von Stabilität sind mir genau genommen nur selten begegnet. Dagegen gab es immer mehr Bewegung, immer mehr Hierarchie und mehr Konflikt als dies in den meisten Darstellungen angedeutet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alternative Wahrnehmungen von Dorf: Bewegung, Hierarchie, Konflikt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Bewegung: Dorfbewohner waren auch in der Vergangenheit in Bewegung, sie waren mobil. Das widerspricht gewiss unseren allgemeinen Vorstellungen von einem abgeschlossenen Lebensbereich Dorf. Es widerspricht auch der Vorstellung von einem auf Subsistenz angelegten ländlichen Leben. Klar, die Gesellschaft der Vormoderne war ländlicher, viel ländlicher als unsere heutige Gesellschaft zumindest in Mittel- und Nordeuropa. Aber wenn praktisch alle gesellschaftlichen Gruppen eine mehr oder wenige enge Bindung an das Land benötigten (in den Städten gab es die Ackerbürger, der Adel bewirtschaftete Güter, Bürger taten es ihnen gleich, viele Beamte hatten ebenfalls eine agrarische Basis), dann war die agrarische Basis fast aller Dorfbewohner nichts Besondereres. Aber wie genau sah sie aus? Zur Beantwortung dieser Frage müsste eine starke regionale Differenzierung vorgenommen werden. Jedenfalls beruhte sie nicht allein auf der Landwirtschaft, sondern es gab starke gewerbliche Anteile, speziell in den Dörfern mit heimgewerblichen, protoindustriellen Ansätzen. Die interne Differenzierung der Dörfer dürfte aber auch in anderen Regionen viel stärker gewesen sein als dies vereinfachte Bilder vom Dorf immer nahe legen. Wir wissen etwa von Regionen, in denen viele Dorfbewohner als Wanderarbeiter, als Wanderhändler (etwa die Tödden) oder als Musiker unterwegs waren. Beschäftigte in herrschaftlichen Forsten oder Bergwerken gab es ebenfalls. Das Spektrum der Tätigkeiten war oft sehr groß und läßt sich nicht allein auf agrarische Tätigkeiten reduzieren. Dass praktisch jeder versuchte, über wenigstens etwas Zugang zu Land (Pachtland und/oder Gemeindeland) ein wenig Viehwirtschaft und Ackerbau betreiben zu können, war Teil einer allgemeinen gesellschaftlichen Praxis. Diese Gruppen auch zu den Bauern zu zählen, mag vielleicht in Süddeutschland angemessen sein (aber auch da habe ich meine Zweifel, jedenfalls aber nicht im Norden). Wenn alle gesellschaftlichen Gruppen es als selbstverständlich ansahen, dass landwirtschaftliche Produktion einen Teil der eigenen Existenz ausmachte, können nicht alle Dorfbewohner mit Zugang zum Land als &quot;Bauern&quot; bezeichnet werden. Ich weiß, dass dies ein Position ist, die von dem internationalen Begriff der &quot;peasants&quot; abweicht, jedoch ist er in meinen Augen für die nord- und nordwestdeutschen Dörfer angemessener.&lt;br /&gt;
Die Bauern im engeren Sinn, also die großen und mittleren Betriebe, die von ihren Höfen allein leben konnten, waren spätestens seit 1700, oft aber auch schon vorher eine zahlenmäßige Minderheit im Dorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist aber auch das Konstrukt der Dorfgemeinschaft, bis ins 20. Jahrhundert immer wieder von bürgerlichen Apologeten des Dorfes betont, eine in sich fragwürdige Angelegenheit. Betrachtet man etwa die innerdörflichen Auseinandersetzung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dann im Jahr 1848, so wird deutlich, dass die Interessen der verschiedenen Gruppen im Dorf keineswegs identisch waren, sondern weit auseinander klaffen konnten. Das ist auch nicht verwunderlich, denn der Zugang zum Land entschied grundlegend über die Stellung im Dorf. Doch auch wenn die Bauern im engeren Sinn eine zahlenmäßige Minderheit darstellten, so verfügten sie doch über den größten Teil des Landes. Sie waren zwar feudal gebunden, aber das bedeutete nicht, dass sie eine entscheidende Rolle im innerdörflichen Sozialsysem hatten. Vielmehr war ihr fast exklusiver Zugang zum Land gekoppelt mit ihrer bedeutenden Rolle als Arbeitgeber, und zwar nicht nur für die saisonalen Feldarbeiten, sondern auch für die Heranziehung der dörflichen Unterschicht zu feudalen Dienstleistungen, die zwar die Bauern zu sichern hatten, die aber faktisch von den Angehörigen der dörflichen Unterschicht zu erbringen waren. Mit der Modernisierung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert und den dadurch erhöhten Arbeitsaufwand verstärkten sich diese Abhängigkeiten. Allerdings konnten nun die Unterschichten eher ausweichen, zunächst in die Amerika-Auswanderung, dann in die Industrie bzw. in die Städte. Es setzte ein verbissener Kampf um die zur Abwanderung bereiten Dorfbewohner ein, der auch ideologisch ausgefochten und umgedeutet wurde. Aus einer bewußten Entscheidung der Dorfbewohner gegen ein wenig selbstbestimmtes Leben im Dorf und für den Aufbruch in neue Möglichkeiten wurde - ganz im Sinne bürgerlich-konservativer Ideologen - eine von den Städten und der Industriegesellschaft verursachte &quot;Landflucht&quot;. Sie geistert bis heute in den Köpfen nicht nur mancher Ideologen, sondern auch von Sozialwissenschaftlern, Planern und Architekten herum. Dahinter steckt offenbar die Vorstellung, dass das Dorf als &quot;Sozialraum&quot; trotz mancher Interessengegensätze eine heile Welt darstellt, die erst durch außerdörfliche Störungen aus dem Gleichgewicht gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würde man sich vom &quot;Sozialraum&quot; oder der &quot;Dorfgemeinschaft&quot; abwenden und konkreter die in Dörfern lebenden Menschen und deren Wege über Generationen hinweg untersuchen, könnte eine Bild entstehen, das nur noch wenig gemein hat mit diesen Bildern abgeschlossener soziale Beziehungen. Hier hilft schon der Blick auf die einzelnen sozialen Gruppen im Dorf. Bauern waren untereinander verwandt (und ja, auch mit den Unterschichten, aber zu denen gleich), sie heirateten in recht geschlossenen Kreisen untereinander. Das allein schloss rein innerdörfliche Beziehungen aus, denn dafür gab es überhaupt nicht genügend Personen, die als Heiratspartner infrage kamen. Also wurde nicht im Dorf, sondern in kleinen Regionen geheiratet, die in der früheren Forschung auch als &quot;Heiratskreise&quot; bezeichnet wurden. Nimmt man Verwandtschaft als ein wichtiges strukturierendes Element dörflicher Beziehungen, so war diese schon aufgrund dieser Heiratskreise eben nicht innerdörflich organisiert, sondern über mehrere Dörfer hinweg, wobei hier keine genauen Grenzen gezogen werden können. Kein Wunder also, dass Bauern sich über Dörfer hinweg untereinander trafen und ihr soziales Leben pflegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War es für die bäuerliche Bevölkerung die Notwendigkeit, geeignete Heiratspartner zu finden, die zu dazu &quot;zwang&quot; sich außerhalb des eigenen Dorfes zu orientieren, so waren es für die unterbäuerlichen Dorfbewohner andere Sachzwänge, die sie zur Mobilität zwangen und zwar die fehlenden Wohn- und die oft nicht dauerhaften Arbeitsmöglichkeiten. Die seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in manchen Regionen schnell anwachsenden besitzlosen Unterschichten wohnten als Mieter (auch Mietlinge, Einlieger oder Heuerlinge bezeichnet) bei Bauern. Daraus wurden, ganz im Sinne konservativer Ideologen, &quot;patriarchalische&quot; Beziehungen gemacht, in denen sich die Bauern für &quot;ihre&quot; Heuerlinge verantwortlich fühlten. Spätestens mit der Arbeit von Josef Mooser sollten aber diese Vorstellungen genügend dekonstruiert sein. Als ich übrigens vor über 20 Jahren in einer Siedlung im nordwestlichen Niedersachsen, die bis in die 1960er Jahre ebenfalls Heuerlinge aufwies, gearbeitet habe, wurde mir noch sehr deutlich gemacht, wie abhängig Heuerlinge von &quot;ihren&quot; Bauern waren, die sie notfalls über Nacht von den Stellen werfen konnten, die frei über die Arbeitszeit verfügten und ihre Macht ausspielten. Gleichzeitig wollte niemand zunächst so recht über diese Stellen sprechen, die übrigens in den 1960er Jahren meist bei Feuerwehrübungen &quot;entsorgt&quot; wurden. Das Stigma von Abhängigkeit und Armut war noch zu bekannt!&lt;br /&gt;
Unterschichtangehörige mussten mobil sein, sie hatten keine andere Chance, ihre Existenz in dem einen Dorf dürfte - aber darüber wissen wir zu wenig - wenn überhaupt die Ausnahme gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt könnte man einwenden, ob es denn das &quot;Dorf&quot; mit seinen kulturellen, sprachlichen und sozialen Eigenheiten überhaupt gab. Ja, es gab es, denn dazu waren die Einwohner in ihrem Alltagsleben zu sehr aufeinander bezogen. Aber dieser &quot;Sozialraum&quot; war nicht exklusiv, sondern er stand in Beziehung und vielleicht auch in Konkurrenz zu anderen sozialen und kulturellen Beziehungen, in denen die Dorfbewohner als Individuen und Angehörige von Gruppen standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt noch die vermeintliche Statik oder vielmehr die Dualität der Wahrnehmung von Dorfgeschichte. Dualität meint: das alte Dorf vor der Moderne und das neue Dorf in der Moderne, wobei die Bruchstelle irgendwo zwischen dem Kaiserreich und der Bundesrepublik liegt, immer aber als eine Verlustgeschichte wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War sie das wirklich? Und vor allem: Gibt es vor der Moderne keine Geschichte des Dorfes? Es spricht einiges dafür, dass Dörfer immer Teil gesellschaftlicher Entwicklungen waren, d.h. in diese integriert waren. Zwar war allein ihre quantitative Bedeutung in der Vergangenheit schon allein deshalb größer, weil die Mehrzahl der Menschen auf dem Lande lebte und die Landwirtschaft der mit Abstand wichtigste produktive Bereich der Gesellschaft war. Aber das bedeutete nicht, dass damit Dörfer so etwas wie autonome Lebensbereiche darstellten. Sie waren - zumindest seit dem hohen Mittelalter - in Marktbeziehungen eingebunden, sie waren abhängig von herrschaftlichen Entscheidungen etwa über feudale Abhängigkeit oder über Erbrechte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens mit dem 18. Jahrhundert entwickelten sich komplexe Formen der Verknüpfung lokaler und globaler Strukturen über die Protoindustrialisierung, die sowohl ökonomische wie soziale Prozesse auslösten, welche dörfliche Existenz entscheidend prägten. Die Krisenerfahrung des frühen 19. Jahrhunderts war nicht zuletzt eine Folge des Zusammenbrechens dieser komplexen und international vernetzten Ökonomie, die nur auf den ersten Blick lediglich lokal oder regional verankert war. Es wäre sicherlich spannend, sich einmal anzusehen, wie in Regionen mit unterschiedlichen Vernetzungsgraden sich diese Krisenphase des frühen 19. Jahrhunderts auswirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nächste, nicht zu unterschätzende Entwicklungsschritt wurde durch die Agrarreformen markiert, wobei neben der Bauernbefreiung im engeren Sinn die Veränderung der Feldnutzung durch Gemeinheitsteilungen und Verkoppelungen zu beachten wäre. Diese Reformen wurden im Norden - d.h. sowohl im Nordwesten, im Norden als auch im Nordosten - schon sehr früh betrieben, im Westen und Süden dagegen viel später. Die Auswirkung dieser Reformen auf kommunale Strukturen und auf ökonomisches Verhalten ist bislang nicht vergleichend betrachtet worden, obwohl schon Zeitgenossen wie der Celler Salomon Gans vor deren schädlichen Folgen warnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immerhin brachte die Industrialisierung einen ökonomischen und kulturellen Schub für die Dörfer. Für die Unterschicht bedeutete die Eigentumsübertragung des Landes an die Bauern endlich die Chance, auch Haus- und Grundbesitzer zu werden, wenn auch nur in bescheidenem Umfang und so, dass dadurch keine neuen dynamischen Entwicklungen wie in der Phase der Protoindustrialisierung eingeleitet wurden. Allerdings wurden mit der Industrialisierung und Urbanisierung die Dinge immer komplizierter, weil die realen Entwicklungen so disparat verliefen und gleichzeitig die Wahrnehmung dieser Entwicklungen ideologisch so beeinflusst war, dass es sehr schwer ist, sich hierdurch zu bewegen. Wie das geschehen kann, zeigt zumindest die Studie von Robert von Friedeburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was allerdings fehlt, ist eine Einbeziehung dörflicher, lokaler Verhältnisse in überregionale, ja globale Kontexte. Wenn in der Zeit zwischen 1870 und 1945 sich eine neue globalisierte Welt entwickelte, dann müßte doch gerade das Dorf, das in dieser Zeit zum Hort aller modernisierungsfeindlichen Ideologen wurde, sich gerade in diesem Kontext neu entwickelt haben. Oder anders herum: Wenn die Dörfer vor 1850 ihre Existenz den Folgen der ersten großen Globalisierung in Form der Protoindustrie zu verdanken hatten, was bedeutete dann die nächste Phase als die Landwirtschaft von der nächsten Globalisierungswelle getroffen wurde, für die Interpretation des Dorfes? Wir tun dagegen immer so, als sei dies die &quot;gute alte Zeit&quot; gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anerkennung der Tatsache, dass das Kaiserreich keineswegs der Nukleus des &quot;richtigen Dorfes&quot; war, sondern eine massive Modernisierungs- und Beschleunigungsphase darstellte, würde uns auch die Chance geben, die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte gelassener wahrzunehmen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Es würde auch die Möglichkeit bieten, vor dem Hintergrund der ideologischen Kämpfe des Kaiserreichs gegen eine Industrialisierung und Urbanisierung der Gesellschaft mit all ihren sozialen und kulturellen Konsequenzen, einen neuen Zugang zu finden, der jenseits der Klagen über die Zerstörung dörflich-ländlicher Strukturen zugunsten der Städte auch die Entwicklungen berücksichtigt, die aus der Perspektive vieler Dorfbewohner positiv bewertet wurden. Das jedenfalls habe ich bei meinen Arbeiten in vielen Dörfern erfahren, das 20. Jahrhundert als eine Phase der Emanzipation von den Zwängen des alten Dorfes, der Bevormundung durch dörflich-bäuerliche Eliten, der Chancen individueller Lebensentwürfe, speziell für Frauen. Das ist allerdings eine andere Geschichte als die, welche landauf, landab erzählt wird. Sie ist in den letzten Jahren vermutlich durch viele weitere Erfahrungen ergänzt und überlagert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erwähnte Literatur:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedeburg, Robert von: Ländliche Gesellschaft und Obrigkeit: Gemeindeprotest und politische Mobilisierung im 18. und 19. Jahrhundert, Göttingen 1997 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 117).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mooser, Josef: Ländliche Klassengesellschaft 1770 - 1848 - Bauern und Unterschichten, Landwirtschaft und Gewerbe im östlichen Westfalen, Bd. 64 /, Göttingen 1984 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jacobeit, Wolfgang; Mooser, Josef (Hg.): Idylle oder Aufbruch?: das Dorf im bürgerlichen 19. Jahrhundert ; ein europäischer Vergleich, Berlin 1990.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlegend zur Geschichte des Dorfes:&lt;br /&gt;
Troßbach, Werner; Zimmermann, Clemens (Hg.): Geschichte des Dorfes, Stuttgart (Hohenheim) 2006 (UTB ; 8324).</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-01T14:58:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/453138187/#453143431">
    <title>Citizen Science könnte eine Lösung sein, ist allerdings gerade bei Historikern noch...</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/453138187/#453143431</link>
    <description>Citizen Science könnte eine Lösung sein, ist allerdings gerade bei Historikern noch nicht weit gediehen. Wir versuchen gerade so etwas mit sehr bescheidenen Mitteln:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://wissenschafttrifftlaienforschung.blogspot.de/2013/05/wissenschaft-tritt-laienforschung-geht.html&quot;&gt;http://wissenschafttrifftlaienforschung.blogspot.de/2013/05/wissenschaft-tritt-laienforschung-geht.html&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-08-19T19:18:05Z</dc:date>
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    <title>Wenn es nur nicht so aufwendig wäre...</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/453138187/#453139105</link>
    <description>Lokalzeitungen faszinieren mich auch. Ich habe gerade erst angefangen, einige Zeitungen mal exemplarisch zu sichten, die mein Thema betreffen. Spannend fand ich, wie viel Klatsch &amp;amp; Tratsch aus aller Welt dort zu lesen war. Und auch die Werbeanzeigen fand ich interessant. Was wird eigentlich angeboten? Welche Konsumformen kann man daran ablesen? Und: Wer bietet so etwas eigentlich an? Da findet man einiges über die (auch überörtlichen) ökonomischen Verbindungen heraus! &lt;br /&gt;
Das Problem besteht für mich vor allem darin, dass Zeitungsanalysen - gerade wenn sie solche &quot;Nebensächlichkeiten&quot; betreffen - unfassbar zeitaufwendig sind. Das ist ja kaum zu leisten, wenn man alleine an einem Thema sitzt...</description>
    <dc:creator>AnetteSch</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 AnetteSch</dc:rights>
    <dc:date>2013-08-09T11:33:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/453138187/">
    <title>Zeitungen als Quelle</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/453138187/</link>
    <description>&lt;p&gt;&quot;Insbesondere f&amp;uuml;r die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sind die alten Tageszeitungen Fundgruben. Wer h&amp;auml;tte gedacht, dass auf der Peterstra&amp;szlig;e in Freiberg, gleich neben der Post, in der Mitte des 19. Jahrhunderts kostbarste Delikatessen wie Kaviar, franz&amp;ouml;sische Kapern, feinstes Oliven&amp;ouml;l aus der Provence und &apos;&amp;auml;cht ital. Macaroni&apos; angeboten wurden? Anzeigen und Werbung vermitteln lebensnahe Einblicke in die Geschichte von Stra&amp;szlig;en und H&amp;auml;usern.&quot;&lt;br /&gt;Josef Matzerat hat diese S&amp;auml;tze in einem kleinen, 2012 in BIS - Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen, Nr. 3, erschienenen Artikel mit dem Titel &quot;Zeitungen als historische Quellen. Anregungen und W&amp;uuml;nsche eines Historikers&quot; (http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/9665/BIS_3.12_Matzerath.pdf).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin mit einer einfachen Google-Suche auf diesen Titel gesto&amp;szlig;en. Das Thema beginnt mich deshalb zunehmend zu interessieren, weil unsere eigenen derzeitigen Arbeiten etwa zu der regionalen Gesellschaft am Vorabend und im Ersten Weltkrieg immer wieder die Auswertung von Tageszeitungen notwendig macht. Wir hatten mit den hannoverschen Tageszeitungen von 1914 begonnen und mussten bald feststellen, dass:&lt;br /&gt;- Zeitungsleser im Jahre 1914 keineswegs von Weltnachrichten ausgeschlossen waren, sondern aus allen Teilen des Deutschen Reiches und der Welt teilweise sehr ausf&amp;uuml;hrliche Nachrichten erhielten,&lt;br /&gt;- die einzelnen Beitr&amp;auml;ge sehr lang und ausf&amp;uuml;hrlich waren,&lt;br /&gt;- Tageszeitungen allein aus der Stadt Hannover ein breites politisches Spektrum abdecken konnten, das zumindest nach erster Durchsicht deutlich breiter und zielgruppenorientierter war als bei heutigen Zeitungen bzw. den Informationsangeboten im Internet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wir noch nicht hinreichend bearbeitet haben, sind gerade die vielen Details des damaligen Alltags, die im obigen Zitat angesprochen werden. Amerikanische Studien verweisen denn auch darauf, dass gerade dieser Aspekt von Bedeutung ist. Dazu kommen auch neue Erkenntnisse, wie der Fall, der in dem Beitrag von Matzerath gleich zu Anfang berichtet wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir stehen hier noch am Anfang, aber bei einer ersten zuf&amp;auml;lligen Umfrage unter Kollegen wurde deutlich, wie intensiv teilweise Zeitungen als Quellen ausgewertet werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessante Websites, Blogbeitr&amp;auml;ge:&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://idlethink.wordpress.com/2009/06/16/on-newspapers-as-sources/&quot;&gt;http://idlethink.wordpress.com/2009/06/16/on-newspapers-as-sources/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allen, Robert B.; Sieczkiewicz, Robert: How historians use historical newspapers, in: Proceedings of the 73rd ASIS&amp;amp;T Annual Meeting on Navigating Streams in an Information Ecosystem - Volume 47, Silver Springs, MD, USA 2010, S.&amp;nbsp;24:1&amp;ndash;24:4 (ASIS&amp;amp;T&amp;nbsp; &amp;rsquo;10). (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/meet.14504701131/pdf)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://chnm.gmu.edu/worldhistorysources/unpacking/newshow.html&quot;&gt;http://chnm.gmu.edu/worldhistorysources/unpacking/newshow.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.historians.org/perspectives/issues/1993/9310/9310ARC.cfm&quot;&gt;http://www.historians.org/perspectives/issues/1993/9310/9310ARC.cfm&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    <dc:subject>Ressourcen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-08-07T09:19:47Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/5167535/#444874743">
    <title>Nochmal Vier Prinzen</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/5167535/#444874743</link>
    <description>Soeben erschien ein neues, interessantes und für manche Leser recht unbequemes Buch mit dem Titel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe, Kammler und von Behr, Vierprinzen S.L., Madrid, 2013, ISBN 978-84-615-5450-8&lt;br /&gt;
von Alexander vom Hofe</description>
    <dc:creator>la bastille</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 la bastille</dc:rights>
    <dc:date>2013-07-25T15:46:43Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://digireg.twoday.net/stories/444869843/">
    <title>Der Wagen der Zukunft</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/444869843/</link>
    <description>&quot;Ehe die Wagen erfunden wurden, ritten die Menschen, wollten oder konnten sie sich nicht auf ihr nat&amp;uuml;rliches Bef&amp;ouml;rderungsmittel verlassen. Und zum Wagen bedurften sie des Pferdes oder eines anderen Zugtieres. Dann wurde das Pferd durch das Fahrrad ersetzt, zu welchem der Mensch Zugkraft liefert, und jetzt folgt als nat&amp;uuml;rliche Entwicklungsstufe der Wagen ohne Pferde und ohne Menschenkraft, der von der Maschine betriebene Wagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da&amp;szlig; diesem die Zukunft geh&amp;ouml;rt, kann auch der Blindeste sehen. So sch&amp;ouml;n es sein mag, sich hinter flinken Rennern den Wind um die Nase spielen zu lassen, die best&amp;auml;ndige Aufmerksamkeit, welche diese Renner beanspruchen, die Kosten, welche ihre Pflege verursacht, die Ungleichm&amp;auml;&amp;szlig;igkeit und Unsicherheit ihrer Leistungen beeintr&amp;auml;chtigen das Vergn&amp;uuml;gen und das Stilgef&amp;uuml;hl an ihrem Besitz und lassen, die nur geringer Pflege bed&amp;uuml;rftige, im Zustande der Ruhe keine Wartung und keinen Unterhalt verlangende, in ihren Leistungen gleichm&amp;auml;&amp;szlig;ige Maschine im Ansehen steigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein Zweifel, da&amp;szlig; der Automobil-Wagen der Wagen der Zukunft sein wird, wie das Fahrrad das Reitpferd der Jetztzeit ist. Die einzige Frage ist noch, welche Triebkraft den Sieg gewinnen wird, mit Petroleum erzeugter Dampf, Benzin oder Elektrizit&amp;auml;t? Aber es unterliegt wohl keinem Zweifel, da&amp;szlig; er der Elektrizit&amp;auml;t zufallen wird, als der reinlichsten und auch sichersten, und zwar durch Akkumulatoren gelieferten, denn eine direkt den Wagen aus Stromleitungen zugef&amp;uuml;hrte, ist nat&amp;uuml;rlich ausgeschlossen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;Obernkirchener Anzeiger, 24. Juni 1899&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bearbeite gerade den wissenschaftlichen Nachlass von einem Kollegen, dabei sto&amp;szlig;e ich ab und an auf allgemein interessante Quellen, diese ist eine davon.</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    <dc:subject>Region</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-07-20T07:15:00Z</dc:date>
  </item>
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    <title>Übergangsgesellschaften</title>
    <link>http://digireg.twoday.net/stories/444870660/</link>
    <description>&lt;p&gt;Anette Schlimm hat einen Blog zu ihrer mikrogeschichtlichen Arbeit begonnen, der vielversprechend beginnt:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;http://uegg.hypotheses.org/&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>KHSchneider</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 KHSchneider</dc:rights>
    <dc:date>2013-07-22T16:17:52Z</dc:date>
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