Mittwoch, 7. September 2011

Vom Nutzen des Internet für transnationale Geschichte

Eigentlich haben sich Zuordnungen wie Lokalgeschichte, Nationalgeschichte oder transnationale Geschichte beinahe aufgelöst. Zumindest dann, wenn wir den historischen Akteuren folgen. Unser kleines, jetzt sich allmählich seiner Fertigstellung näherndes Projekt über die Briefe der 1858 von Niedersachsen nach Kalifornien mit ihrem Mann ausgwanderten Sophie Meinecke zeigt dies immer wieder. Sie und die uns bekannten Angehörigen ihrer Familie sind viel unterwegs, sie halten sich weder an nationale noch kontinentale Grenzen. Sie wechseln zwischen Kulturen und Räumen. Ihnen dabei zu folgen und zudem die historischen Kontexte zu rekonstruieren, ist allerdings nicht leicht. Ohne die Briefe wäre dies nicht möglich gewesen, aber auch nicht ohne die Möglichkeit des Internet. Websites wie Familysearch oder private Seiten haben uns genauso wertvolle Hilfe geleistet wie Google Books oder Archive.org. Klar, es bleiben immer noch viele Fragen, aber erstaunlich viele konnten wir online beantworten. Die Ergebnisse unserer Recherchen werden wir auf der Lernwerkstatt veröffentlichen und hoffentlich auch als Buch. 

Übrigens haben wir auch intensiven Gebrauch von Google Docs und Zotero gemacht - auch hier konnten wie unsere Arbeit besser abstimmen als dies mit traditionellen Methoden möglich gewesen wäre.

Samstag, 13. August 2011

Irmgard Wilharm (1940-2011)

Wir trauern um um unsere langjährige Kollegin Frau Prof. Dr. Irmgard Wilharm. Sie gehörte dem Historischen Seminar von 1975 bis 2006 an. Sie war nicht nur eine gute und engagierte Kollegin, sie war eine der ersten in Deutschland, die sich dem Medium Film früh zuwandte. Einige ihrer wichtigsten Aufsätze wurden 2006 aus Anlass ihrer Verabschiedung in einem von Detlef Endeward herausgegebenem Sammelband zusammengestellt: Bewegte Spuren: Studien zur Zeitgeschichte im Film. Hannover 2006.

Dienstag, 5. Juli 2011

Die "Harvard-Zitierweise"

Da in meinen Seminaren immer wieder über richtiges Zitieren gesprochen wird, hier ein anschauliches, gut erläutertes Beispiel:

Samstag, 2. Juli 2011

Dinosaurier in Obernkirchen

Arte bringt heute und in den nächsten Tagen eine Sendung über Dinosaurierspuren in Obernkirchen - meiner alten Heimat. Dabei auch der alte Bekannte Klaus Köster. Das Symposium hat schon stattgefunden.

Sonntag, 19. Juni 2011

Vom Zettel zum Text

Der von mir schon mehrfach vorgestellte Zettelkasten von Daniel Lüdecke ist gerade in einer neuen Version 1.6 erschienen, außerdem gibt es eine Einführung in die Arbeit mit Zettelkästen samt Video, die ich jedem empfehlen möchte.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Niedersächsisches Jahrbuch online

Archivalia hat schon vorgestern darauf verwiesen, aber dennoch hier noch einmal der Verweis darauf, dass die ersten digitalisierten Bände (2004-2008) des Niedersächsischen Jahrbuchs für Landesgeschichte online sind.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Krainhagen, Gelsenkirchen-Buer und Gelsenkirchen-Horst

Ich schreibe an einer kleinen Ortsgeschichte mit, das Dorf liegt in Niedersachsen und ich lande mit meinen Recherchen relativ schnell im Ruhrgebiet. Das liegt ein wenig am Dorf selbst, denn es erfüllt nicht die Erwartungen, die viele an ein "Dorf" haben. Erst als späte Gründung um 1600 entstanden, lebten hier seit ca. 1800 vorwiegend Bergleute und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Glasmacher. Vielen wanderten zu, weil Krainhagen wegen der Industriebetriebe im benachbarten Obernkirchen ein guter Wohnstandort war. Zwar kamen die meisten aus benachbarten schaumburgischen und (weniger) schaumburg-lippischen Dörfern, doch es läßt sich auch eine größere Zahl nachweisen, die aus Westfalen nach Krainhagen gekommen war.

Das ist das spannende an diesem Projekt: Dorf nicht als statischer Siedlungs-"Raum", sondern als Teil eines regionalen und sogar überregionalen Netzwerkes, als oft vorübergehende Station von Menschen und Familien, als pulsierender Kristallationspunkt von Biografien. Während eine traditonelle Dorfgeschichte immer in dem Wechselspiel zwischen Landschaftsraum, "Boden" und Menschen stattfindet, sind die Bezugspunkte hier anders: Landschaft war erst Belastung (Hanglage, wenig Grundwasser), während zwar auch die Landschaft, aber in Form von Bodenschätzen relevant war. Mobilität und Migration in das Dorf und aus dem Dorf heraus (für das 19. Jahrhundert konnte ich - eigentlich nicht überraschend - eine große Zahl von jungen Frauen nachweisen, die auf der Suche nach Arbeit meist als Hausmädchen das Dorf verließen) bilden wichtige Elemente der Dorfgeschichte. Ohne sie wäre auch nicht eine starke Arbeiterbewegung zu verstehen, die es hier - also in Krainhagen und Obernkirchen - auch gab.

In diesem Fall bin ich aber aus anderen Zusammenhängen in Gelsenkirchen-Horst oder Gelsenkirchen-Buer gelandet. Hier hatte es im November 1944 schwere Luftangriffe gegeben, weshalb in zwei größeren Transporten vor allem junge Mütter mit ihren Kleinkindern in ländliche Gebiete verschickt wurden. Ca. 70 verschlug es nach Krainhagen. Bei einer kleinen Internetrecherche und einem - zugegeben etwas oberflächlichen - Vergleich mit hannoverschen Webseiten musste ich feststellen, dass die lokale Geschichtsarbeit nicht nur in den frühen 80er Jahren vorbildlich war (Stchwort Hochlarmarker Lesebuch), sondern es auch im Netz sehr detaillierte Darstellungen zum Zweiten Weltkrieg gibt, etwa bei den Gelsenkirchener Geschichten oder im Gelsenzentrum. Das Internet als eine neue Chance, abseits von traditionellen Instutionen und Wegen die eigene Geschichte zu schreiben, wird offenbar in Regionen wie dem Ruhrgebiet intensiver genutzt als in Regionen wie Hannover.

Kopfsteuerbeschreibung der Fürstentümer Calenberg-Göttingen und Grubenhagen von 1689

Die Kopfsteuerbeschreibung gehört zu den zentralen Quellen der frühneuzeitlichen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Niedersachsens und liegt seit ca. 2 Jahren als Digitalisat vor, nicht zufällig bei RambowGenealogie.

Sonntag, 1. Mai 2011

Emphathie, Primaten, Soldaten und am Ende auch Neues über Guttenberg

Der Primatenforscher Frans de Waal in einem interessanten Interview der Berliner Zeitung über Empathie bei Primaten, insbesondere Soldaten und Schimpansen. Am Ende dann noch eine interessante Beobachtung über unseren ehemaligen Verteidigungsminister.

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