Minden 1759

Mittwoch, 25. März 2009

Ach Guido

"Kein Mensch", so in der FAZ vom 28.11. letzten Jahres, habe etwas von der Schlacht bei Minden gehört. Gut, die englischsprachige Welt, die dies Jahr 2009 intensiv auch wegen der Schlacht bei Minden feiern wird, vergessen wir mal und erfreuen uns an unserer preußisch-deutschen Vergangenheit, dann stimmt es.
Kein Mensch weiß übrigens, wo die Varus-Schlacht statt gefunden hat, und dennoch wird sie gefeiert.

Samstag, 6. Dezember 2008

Minden 1759

Vor ein paar Tage habe ich, wie hier schon kurz angekündigt, einen eigenen Blog zur Schlacht bei Minden 1759 angelegt. Eigentlich hatte ich gedacht, diesen Blog zur Vorbereitung unserer Ausstellung zu nutzen. Inzwischen entwickelt sich die Sache aber anders. Ich hatte, weil ich ohnehin einen kleinen Artikel über die Berichterstattung der Wiener Zeitung schreiben wollte, damit begonnen, die Minden betreffenden Passagen abzuschreiben. Was lag näher, als diese Abschriften gleich in den Blog zu setzen? Nein, das ist kein Edition, es fehlen jedwede Anmerkungen. Eine kritische Einschätzung dieser Zeitung wird auch noch erfolgen. Was die Absicht ist: einfach etwas zum Lesen anbieten. Einerseits könnte dieser Blog so etwas wie eine szenische Lesung werden, die wir schon mehrfach mit Erfolg durchgeführt haben, indem der Leser zwar "nur" mit Quellentexten konfrontiert wird, die nicht einmal in einem direkten Zusammenhang stehen, ihm aber die Chance geben, den Überlieferungen näher zu kommen und sich ein eigenes Bild zu schaffen. Schon jetzt entsteht zumindest für mich, also dem Schreibenden, allein durch das Abschreiben ein neues Bild der Ereignisse - auch ein Plädoyer für die Kunst des Schreibens und nicht nur des Kopierens, Scannens und Abbildens.

Wir werden in Zukunft weiter Texte, Kommentare, Quellensplitter liefern. Ich bin auf den Prozess, die Ergebnisse, aber auch die Erfahrungen gespannt.

Das ist auch eine Reaktion auf Blogs: Sie sind eher Vermittler von Informationen, ohne Links nicht denkbar und oft auch nur Links, sie machen Appetit, aber nicht satt. Minden 1759 wird auch nicht satt machen, aber immerhin Häppchen anbieten.

Dieser Eintrag erscheint auch im Blog Minden 1759.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Minden 1759

Für unser Projekt zur Schlacht bei Minden habe ich einen eigenen Blog eröffnet.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Minden 1759

Nun war also der große Tag; 160 Menschen hörten uns bis zu 2 Stunden zu im Preußenmuseum! Das Fernsehen war auch da, aber nur kurz. Mein Resümee ist gespalten: Alles hat gut geklappt, gegenüber dem ersten Auftritt ist vieles besser geworden, aber es gibt noch viel zu tun. Dabei ergibt sich das Problem der Vermittlung in einem zeitlich überschaubaren Rahmen. Es gibt also noch viel zu tun. Eines zeigt aber die bisherige Arbeit schon jetzt (und wieder): Studierende können auch unter den Bedingungen der neuen Studiengänge motiviert werden. Übrigens: In der Nacht der Wissenschaft am 1.11. können Interessierte sich die Vorträge zumindest in Teilen noch einmal ansehen. Wo? Im Moore 21 in Hannover im Hinterhaus, 2. Stock.

Mittwoch, 3. September 2008

Minden 1759

Der 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden rückt näher. Nun hat das Preußenmuseum in Minden eine Website dazu erstellt, die vor allem dem Leben in der Stadt Minden gewidmet ist. Zwar geht es auch um eine öffentliche Veranstaltung, aber es findet sich auch ein Text über die Stadt Minden und die Folgen der Garnison.

Dienstag, 25. September 2007

1759 Der Anfang

Am Anfang eines Projektes wie jetzt zur Schlacht bei Minden 1759 stellt sich bei mir immer eine Art Euphorie ein: vieles ist möglich, bei jedem Gespräch, jeder Recherche ergeben sich neue Perspektiven, die noch offen bleiben, nicht auf ihre Realisierbarkeit überprüft werden müssen, sondern zunächst eher Perseptive sind, mehr nicht. Es ist zugleich Vorfreude auf das, was in einigen Monaten sich realisieren läßt, auch die Freude auf die Arbeit mit Studierenden, das Warten auf die Überraschungen, auf die Kreativität der Kommilitonen. Und gleichzeitig blende ich ein wenig aus, dass zu einem Projekt auch die Pannen gehören, die Fehler, die Aussteiger, die Mißverständnisse.

Jetzt jedenfalls sind derzeit noch die Perspektiven wichtiger als die Befürchtungen. Und da bietet sich ein breites Feld an Aspekten, denn einerseits ist die Schlacht bei Minden gut überliefert, was allein eine Reihe von zeitgenössischen Abbildungen und Publikationen belegen, andererseits ist die Überlieferung fast allein auf die Schlacht, aber nicht auf den Kontext konzentriert. Und was derzeit ebenfalls spannend ist: die Überlieferungsgeschichte, die zumindest in Deutschland - mal von Minden abgesehen - weitgehend erloschen ist. Engländer und Kanadier erinnern an die Schlacht, aber kaum jemand in Hannover oder anderen nordwestdeutschen Städten, obwohl gerade für Nordwestdeutschland die Schlacht von großem Interesse war.

Was heute, gerade beim Besuch des Preußenmuseums in Minden wieder aufgefallen: Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, dessen Artikel in der wikipedia leider sehr knapp und oberflächlich ausgefallen ist. Eine plastische Beschreibung aus dem Jahr 1761 (
Charakterzüge und Anecdoten von dem verstorbenen Grafen Wilhelm von Schaumburg-Bückeburg.
In: Neues militärisches Journal. 1788-1805. 1788, 1.Bd., S. 123- 127) findet sich als digitale Version in der in einem Bielefelder Digitalisierungsprojekt (dort unter Suche: Wilhelm Schaumburg-Lippe).

Es sind aber nicht nur die bekannten Personen, sondern auch die unbekannten Personen, der Versuch, ihnen etwas näher zu kommen (oder das Fremde an ihnen besser zu erfassen), was dies Projekt spannend werden läßt.


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Samstag, 1. September 2007

Die vergessene Schlacht

1759 fand bei Minden eine entsprechende Schlacht des 7-jährigen Krieges statt, zu der ab dem Wintersemester ein Projektseminar zusammen mit dem Museum Minden durchgeführt wird. Bei den Vorarbeiten und Gesprächen mit Bekannten fällt mir immer wieder auf, wie wenige von dieser Schlacht etwas gehört haben. Sie scheint, nimmt man diese zufälligen Aussagen ernst, in Niedersachsen keine große Rolle zu spielen. Das ist bemerkenswert, denn von den Schlachten dieses Krieges, die in Deutschland statt gefunden haben, ist die genannte zumindest aus niedersächsischer Sicht die bedeutsamste gewesen. Befreite sie doch nicht nur das spätere Niedersachsen von französischer Besatzung, sondern sie wurde auf alliierter Seite neben britischen vornehmlich von nordwestdeutschen Truppen geschlagen. Dass die Schlacht in einem globalen Kontext - der Auseinandersetzung zwischen französischen und britischen Truppen auch außerhalb Europas wichtig war - sei hier nur angedeutet.

An der geringen Kenntnis dieser Schlacht in Nordwestdeutschland dürfte unser preußisch geprägtes Geschichtsbild von nicht geringer Bedeutung sein. Fragte doch erst der Spiegel wieder nach der Bedeutung Preußens für die deutsche Geschichte. Als Agrarhistoriker erlebe ich diese Preußenorientierung ebenfalls immer wieder, etwa wenn die Stein-Hardenbergschen Reformen mit Bezug auf Hannover erwähnt werden.


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