Medien

Dienstag, 7. Oktober 2008

Leerzeichen

Was man so alles mit Leerzeichen machen kann: nicht nur ein Beispiel eines Informatikers, sondern manche Historikerdateien sehen ähnlich aus, aber es wird besser ;-)

Samstag, 5. Juli 2008

Google Books und der nachlässige Blogschreiber

Das Blogschreiben macht mir im Augenblick nicht so viel Freude, weshalb ich auch meine eigenen Seiten nicht sehr oft besuche, und dann passiert so etwas wie der leere Artikel über Google Books, der mit erst gerade - samt den Kommentaren - aufgefallen ist. Zunächst: es gab einen Text, sogar einen positiven, den ich hier noch einmal kurz zusammen fassen möchte:
Bei der Suche nach deutscher Literatur des frühen 19. Jahrhunderts ist mir aufgefallen, dass sehr viele Titel bei Google Books als Digitalisate zu finden sind, weil sie in US-Bibliotheken, oder der der University of Michigan, zu finden sind. Mein Schluss war: Hier fand ein intensiver Kulturtransfer statt, und zwar diesmal aus deutscher in die amerikanische Richtung, was ich auch aus ganz praktischen Gründen begrüße, denn sonst müßte ich lange und oft vergeblich nach wichtigen Werken dieser Zeit suchen.

Dienstag, 29. April 2008

Arbeitserfahrungen

In seinem Blog vom 14.4. fragt Peter Haber u.a.: "Wieweit war damals (Mitte der 1990er; KHS) meine Arbeitsweise geprägt durch das, was wir heute
mit «Digitalisierung» bezeichnen? Was wäre anders, wenn ich die beiden
Bücher heute schreiben würde? Und was hätte ich vor zum Beispiel
dreissig Jahren, als die Generation unserer Väter ihre Dissertationen
geschrieben hat, aufgrund der technischen Gegebenheiten nicht oder
anders geschrieben?" Darauf kann ich nur eine begrenzte Antwort geben, fühle mich aber zu meiner Überraschung als Angehöriger der Vätergeneration, denn an meiner Diss. habe ich 1978-1981 gesessen. Der Arbeitsprozess damals war auf das Papier ausgerichtet, die Schreibmaschine mein Arbeitsgerät, ein Taschenrechner musste alle Berechnungen übernehmen, sehr zu meiner Verzweiflung, denn die Berechnungen mussten mehrmals überprüft werden.

Als ich 15 Jahre später an meinen Schaumburg-Büchern gesessen habe, konnte ich schon für die Archivarbeit ein Notebook benutzen, ein Toshiba 1100, wenn ich mich richtig erinnere, ein schönes, schnelles Teil. Schon früh habe ich versucht, elektronisch Zettel anzulegen, damals mit MS Works (noch in der DOS-Version). Das Programm ist leider immer unterschätzt worden. Zur Zettelverwaltung war die Datenbank zwar nur begrenzt nutzbar, weil die Felder maximal 256 Zeichen umfassen durften und deshalb längere Texte in mehrere Felder aufgeteilt werden mussten, aber das zwang auch zu kurzen Texten. Gerade bei der Auswertung meiner Archivarbeit war die Datenbank sehr hilfreich. Für statistische Auswertungen konnte ich das Datenbankmodul bzw. den eingebauten Reportgenerator intensiv nutzen. Der Fortschritt gegenüber der Diss war erheblich, auch wenn ich noch vieles eher provisorisch gemacht habe. Teilweise habe ich für Landkarten mit eingezeichneten Informationen sogar eine Folie auf den Bildschirm geklebt und dann abgezeichnet. Das dann schon mit AmiPro zu Win 3.1 Zeiten. AmiPro war bis auf ein paar Bugs ein geniales Programm, systematisches Arbeiten mit Formatvorlagen konnte man damit wunderbar lernen.

Was mich aber gestört hat in diesen Jahren war der Bildschirm, der sich zwischen mich und meinen Text "gelegt" hat; da war etwas anders als bei der Schreibmaschine, mich hat dieser Bildschirm, der Rechner, die Textverarbeitung Anfang sehr irritiert. Es war ein Gefühl der Verfremdung und der Entfremdung, das sich nur langsam legte. Gerade Anfang der 90er Jahre waren die Bildschirme von einer grausigen Qualität (ich hätte mir damals nicht vorstellen können, dass es Bildschirme von der Qualität wie es sie heute üblich ist, je geben würde), aber das allein war es wohl nicht, sondern eben diese technische Vermittlung. Es hat bei mir lange gedauert, bis ich mich, bei aller Begeisterung für die neue Technik, an dieses Arbeiten gewöhnt hatte. Heute kommt es mir seltsam vor, aber ich denke, dass das Lesen und Schreiben am Bildschirm eine Kulturtechnik ist, für die wir konditioniert werden müssen. Was auch die Arbeit erschwert hat, war der Lärm, den mein damaliger Rechner produzierte, es war schon eine echte Herausforderung an meine Konzentrationsfähigkeit. Works als Datenbank wurde übrigens schon bald durch Filemaker Pro, damals in der Version 2.1 in der Windows-Version ersetzt, mit dem ich meine Notizen besonders im Archiv dann verwaltet habe.

Ein weiterer, erheblicher Unterschied zu heute war das Fehlen des Netzes. Alle Daten lagen analog vor, eine Internetrecherche war undenkbar. In Hannover gab es nicht mal einen vernünftigen OPAC, der NMN, der Niedersächsische Monographien Nachweis war noch weit, weit von der Qualität des heutigen GBV entfernt.

Mein aktuelles Buch über die Bauernbefreiung versuche ich übrigens mit einem amerikanischen Autorenprogramm, Scrivener, zu schreiben, das es erlaubt, den Text gewissermaße auf mehreren Ebene zu entwerfen, wobei der Schreibprozess durch unterschiedliche Hilfen unterstützt wird. Erst in einem weiteren Schritt wird dann das Ergebnis in einer traditionellen Textverarbeitung weiter bearbeitet.

Sonntag, 24. Februar 2008

Mein EEE Pc

Am Montag hatte ich abends noch im Netz ein paar Geschichten im Internet gelesen, aber auch heraus gefunden, dass das Ding ziemlich selten zu bekommen ist. Als dann der Kaufhof am nächsten Morgen mir per Annonce einen anbot, musste ich zugreifen. Nun schreibe ich damit.

Wie ist die Bilanz der ersten Tage? Zunächst: Er ersetzt keinen "richtigen" Rechner, auch wenn er das eigentlich könnte - mit externer Tastatur, Maus und Bildschirm, alles geht. Dann hat man immerhin einen Rechner, der so viel kann wie mancher Tischrechner vor 5 Jahren. Und da ich Historiker bin: ja, damit kann man ganze Dissertationen schreiben. Aber das habe ich nicht vor. Ich will ihn als leicht handhabbaren Rechner auf dem Schoß auf dem Sofa nutzen - wie jetzt.

Dort spielt er seine Trümpfe aus. Ein großes Display brauche ich nicht, zum Schreiben reicht auch das kleine, das gar nicht so schlecht ist. Als gute Schreibunterlage hat sich übrigens mein schwarzes Ikea-Tablett erwiesen, das umgedreht (die weiße Rückseite ist zwar glatt, aber die Füßchen des EEE sind rutschfest) einen Schreibtisch ersetzt und besser ist als die Knie pur. Die Tastatur ist klein, Shift und Pfeil auf-Taste liegen zu dicht beieinander, die 1 steht zu weit links, weshalb ich meist im dritten Jahrtausend schreibe, aber sonst hält sich die Fehlerquote in Grenzen.

Und ich kann damit dank FF und Zotero schön exzerpieren. OpenOffice startet erstaunlich schnell, pdfs lassen sich ganz passabel lesen. Manchmal ertappe ich mich dabei, mein MacBookPro für eine überdimensionierte große Kiste zu erhalten. Andererseits sind Display und Tastatur zwar klein, aber benutzbar, während Pdas, auch die mit einer kleinen Qwertz-Tastatur echte Aufschneider sind, die nicht das halten können, was sie versprechen.

Irgendwie der Rechner, auf den ich schon lange warte, obwohl ich den Eindruck habe, dass die meisten damit basteln, andere Betriebssysteme (mir reicht Xandros völlig, nur sollte es wie Linux und nicht wie XP aussehen...), Touchpad, DVB-T, höhere Auflösung, separate Festplatte, alles scheint eine Herausforderung zu sein, die der kleine besteht. Ich aber möchte damit nur schreiben und surfen.

Dienstag, 19. Februar 2008

Open Access in Harvard

Harvard macht es vor. Wie heise berichtet, werden dort alle geisteswissenschaftlichen Publikationen frei angeboten, die Autoren behalten lediglich das Copyright an ihren Werken. Wann fangen die deutschen Unis damit an?

Freitag, 7. Dezember 2007

Past Perfect und Anderes

Ich habe mir diese Woche zum ersten Mal die Zeit genommen past perfect zu lesen. Es war recht fesselnd und ich habe mich 3 Stunden kaum vom Bildschirm wegbewegt. Ein, wie ich finde, echtes Manko ist mir dabei allerdings aufgefallen und das gilt nicht nur für past perfect, sondern allgemein für Inhalte im Netz. Besonders Texte, die als pdf zum Download angeboten werden. Liest da eigentlich überhaupt jemand Korrektur?? Es wimmelt überall nur so vor Tipp- und Rechtschreibfehlern. Nur weil etwas im Netz publiziert wird, heisst doch nicht, dass man es nicht richtig machen sollte! Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung auch allein da, aber ich empfinde es als störend beim lesen ständig im Geiste die Fehler zu korrigieren.

Blogger als Zensor?

Der Spiegel berichtet heute über ein Urteil des LG Hamburg, welches den Journalisten Stefan Niggemeier verurteilt hat. Er sei für alles, was in seinem Forum oder Blog erscheint verantwortlich und müsse sich die Zeit nehmen alle Beiträge gegen zu lesen, bevor er sie ins Netz einstellt. Den vollen Artikel gibt es hier.
Das zeigt sehr deutlich das Problem der Gesetzgebung im Bereich des Internets. Genaugenommen beschneidet es die Meinungsfreiheit, denn der Foren- oder Blogbetreiber soll als Zensor fungieren. Mal abgesehen davon, das das an sich schon ein Unding ist, so muss man sich doch fragen, ob den Richtern eigentlich klar ist um was für Datenmengen es sich da handelt. Es kann doch nicht sein, dass Kommunikationsplattformen irgendwann abgeschaltet werden müssten, weil die Betreiber unmöglich alle Beiträge kontrollieren können. Aber Hopfen und Malz sind hier ja noch nicht verloren. Herr Niggemeier geht in Berufung. Mal sehen wie das nächste Urteil ausfällt.

Übrigens könnte man an dieser Stelle theoretisch genauso wie bei der Wikipedia argumentieren. Die Inhalte werden automatisch korrigiert, weil die Fehler (im Forumfall Trolle) auffallen und auf die eine oder andere Art korrigiert werden. Funktionierte anscheinend auch bei Herrn Niggemeier. Er hat die betreffenden Inhalte auch nach Kenntnisnahme gelöscht. Wie kann man ihn dann noch dafür verantwortlich machen, was andere publizieren?

Freitag, 30. November 2007

Bilder und Texte, oder: langsames und schnelles Sehen

Gestern wurde mir bei einer Powerpräsentation etwas bewußt, was mich schon länger gestört hat: unser Wahrnehmungsverhalten wird in einer Powerpointpräsentation mit Bildern und Texten gravierend mißachtet. Das "Spiel" sieht so: 1. Seite mit Spiegelstrichen: lustvoll wird ein Text vorgelesen und erläutert, den jeder normale Leser nach höchstens 1 Minute gelesen hat. Dennoch läßt der Vortragende nicht locker, er redet und redet. 2. Seite mit einer Abbildung: wer weiter weg sitzt, versucht sich erst einmal ein "Bild" zu machen, gerade halbwegs verstanden, wird das Bild schon wieder weggenommen, denn "Sehen" geht ja sooo schnell, weiter zu nächsten Textseite, die ... siehe oben. Besonders nette Zeitgenossen bringen selbst mit PP schön kleine Bildchen, ohne Vergrößerung oder Teilvergrößerung, garniert mit längeren Textpassagen usw.

Hier gilt es doch einmal festzustellen: Wir haben alle Lesen gelernt, wer in einem Seminar sitzt, sollte einen 10-Wort-Satz in 10 Sekunden gelesen und höchstens weiteren 10 Sekunden einigermaßen verstanden haben. Aber wir haben nie und nirgendwo Sehen gelernt. Schon allein die vielen Bildinformationen überhaupt wahrzunehmen, kostet Zeit, dann noch viel mehr, sie richtig zu interpretieren. Medienkompetenz hieße dann, nicht möglichst viel in kurzer Zeit zu konsumieren, sondern sich für das Zeit zu lassen, was komplexere Informationen enthält. Insofern sind übrigens digitale Daten ehrlicher: ein Text mißt sich in kb, eine Bilddatei in MB. So ist es.

Montag, 26. November 2007

Stud.IP

Im Weblog von Stud.IP gibt es nicht nur interessante Hinweise und Anmerkungen zu diesem System, sondern auch praktische Hilfen für die eigene Arbeit mit dem System.

Dienstag, 20. November 2007

Sonntagsarbeit

Die evangelische Kirche hat zumindest in Niedersachsen ein neues Steckenpferd, den Kampf gegen die Sonntagsarbeit, das seit einiger Zeit vermehrt geritten wird. Nun trifft es auch Uni-Bibliotheken, die auch am Sonntag geöffnet haben, wie die UB der Leibniz-Universität. Ein Pastor forderte nun die Schließung dieser Bibliothek am Sonntag. Recht so und demnächst dürfen auch die OPACs am Sonntag nicht mehr geöffnet werden ...

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