Dienstag, 25. September 2007

1759 Der Anfang

Am Anfang eines Projektes wie jetzt zur Schlacht bei Minden 1759 stellt sich bei mir immer eine Art Euphorie ein: vieles ist möglich, bei jedem Gespräch, jeder Recherche ergeben sich neue Perspektiven, die noch offen bleiben, nicht auf ihre Realisierbarkeit überprüft werden müssen, sondern zunächst eher Perseptive sind, mehr nicht. Es ist zugleich Vorfreude auf das, was in einigen Monaten sich realisieren läßt, auch die Freude auf die Arbeit mit Studierenden, das Warten auf die Überraschungen, auf die Kreativität der Kommilitonen. Und gleichzeitig blende ich ein wenig aus, dass zu einem Projekt auch die Pannen gehören, die Fehler, die Aussteiger, die Mißverständnisse.

Jetzt jedenfalls sind derzeit noch die Perspektiven wichtiger als die Befürchtungen. Und da bietet sich ein breites Feld an Aspekten, denn einerseits ist die Schlacht bei Minden gut überliefert, was allein eine Reihe von zeitgenössischen Abbildungen und Publikationen belegen, andererseits ist die Überlieferung fast allein auf die Schlacht, aber nicht auf den Kontext konzentriert. Und was derzeit ebenfalls spannend ist: die Überlieferungsgeschichte, die zumindest in Deutschland - mal von Minden abgesehen - weitgehend erloschen ist. Engländer und Kanadier erinnern an die Schlacht, aber kaum jemand in Hannover oder anderen nordwestdeutschen Städten, obwohl gerade für Nordwestdeutschland die Schlacht von großem Interesse war.

Was heute, gerade beim Besuch des Preußenmuseums in Minden wieder aufgefallen: Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, dessen Artikel in der wikipedia leider sehr knapp und oberflächlich ausgefallen ist. Eine plastische Beschreibung aus dem Jahr 1761 (
Charakterzüge und Anecdoten von dem verstorbenen Grafen Wilhelm von Schaumburg-Bückeburg.
In: Neues militärisches Journal. 1788-1805. 1788, 1.Bd., S. 123- 127) findet sich als digitale Version in der in einem Bielefelder Digitalisierungsprojekt (dort unter Suche: Wilhelm Schaumburg-Lippe).

Es sind aber nicht nur die bekannten Personen, sondern auch die unbekannten Personen, der Versuch, ihnen etwas näher zu kommen (oder das Fremde an ihnen besser zu erfassen), was dies Projekt spannend werden läßt.


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Montag, 24. September 2007

Nachtrag zu bloggenden Professoren

Eine eher optimistisch stimmende Analyse, weshalb viele Lehrende dem Web 2.0 skeptisch gegenüber stehen und weshalb die Entwicklung doch immer mehr Wissenschaftler/Innen dieses Medium nutzen.


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Bloggende Professoren

Archivalia weist darauf hin: eine sehr kurze Liste bloggender Professoren.


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Sonntag, 23. September 2007

Stephen Fry

Bibmarks zeigt Stephen Fry, wie er Web 2.0 erklärt.


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Donnerstag, 20. September 2007

Heimat, H-Net, Web 2.0

Histnet berichtet über einen Weblog von T. Milly Kelly, in dem dieser über "The End of H-Net" schreibt. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich ausgefallen, aber: es antworten nur diejenigen, welche auch Blogs lesen - und dann auch noch schreiben. Aber was ist mit den anderen? Mir scheint, daß zumindest in Deutschland die Zahl derjenigen, die wirklich aktiv das Internet nutzen, zumindest unter den Historikern noch sehr gering ist. Warum das so ist, könnte ein Interview mit Dirk-Mario Boltz in der Berliner Zeitung vom heutigen Tag begründen. Seine These: die meisten Menschen suchen vertraute Orte auch im Netz auf, und, so würde ich erweitern, sie nutzen auch vertraute Zugangswege. Allein an unserem Institut gibt es noch genug Kollegen und Kolleginnen, die schon in eine Abwehrhaltung verfallen, wenn man darauf verweist, daß unser e-learning System Stud-Ip (hier der Zugang zu den freien Veranstaltungen) auch die Möglichkeit bietet, Literaturlisten anzulegen mit direkten Links zu OPACs.

An Mailing-Listen haben sich die meisten gewöhnt, aber die nächsten Schritte wie wikis oder Weblogs werden doch nur von wenigen beschritten. Und wenn es nicht grundsätzliche Technikfeindlichkeit ist, dann sind es zeitliche Argumente. In Blogs zu schreiben, kostet Zeit, und die scheint aus der Sicht vieler "traditioneller" Kolleginnen und Kollegen zu kostbar, um sie für so wenig effektive Kommunikationsformen zu "verschwenden".


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Mittwoch, 19. September 2007

Berkeley on iTunes

Dass auch iTunes etwas für Wissenschaftler bzw. Studierende zu bieten hat, zeigt die Kooperation mit der Berkeley. Berkeley on iTunes bietet mittlerweile ein breites Spektrum an Vorlesungen zu Themen wie "19th Century Public Sphere" oder "Broadcast". Jennifer Burns liefert Vorlesungen zur Geschichte der USA, besonders des 19. Jahrhunderts.
Ach ja, es kostet nichts!


Stadtschloss

Die Idee, in Berlin ein vor über 50 Jahren gesprengtes Stadtschloß wieder aufzubauen und dafür ein vorhandenes Gebäude abzureißen, wollte mir noch nie einleuchten. Was ich neben der mangelhaften Sensibilität für Geschichte und Identität dabei störend fand, war die absolute Unfähigkeit, mit Erfahrungswerten zu arbeiten. Die Naivität, wie Politiker und Planer so tun, als würden irgendwelche Schätzwerte über Baukosten etwas mit der Realität zu tun haben, verblüfft immer wieder. Und so finde ich es nicht überraschend, dass der Bundestag nun den Bau des "Stadtschlosses" stoppen will, die Kosten drohen jetzt schon auszuufern. Statt mit 480 Millionen rechnet man nun mit 600 Millionen Baukosten, jetzt, obwohl der alte "Palast" noch immer nicht völlig abgerissen ist! Wie schnell würden diese Kosten noch erst steigen, wenn man wirklich anfangen würde, zu bauen. Aber egal, der Palast kommt weg. Die berliner Stadtplaner haben zwar immer wieder über die Vernichtung historischer Bauwerke in der Stadt gejammert, aber damit haben sie nur die politisch-historisch korrekten gemeint, die auf die gute deutsche Geschichte des Kaiserreichs und der preußischen Residenzstadt verweisen.

Die "andere" deutsche Geschichte wird unter Verweis auf das Unrechtsregime der DDR beiseite geräumt. Handelt es sich um andere Bauwerke, ist man großzügiger, wie im Falle des Finanzministeriums. Unabhängig davon finde ich es interessant, wie sehr unsere Architektur-Ästheten, die sich darüber ereifern, dass die "Mitte" Berlins architektonisch ansprechend gestaltet sein müssen, es nun schon seit Jahren hinnehmen, dass diese Mitte einer der hässlichsten Orte der Stadt ist und es wohl auch auf absehbare Zeit bleiben wird.


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Samstag, 15. September 2007

Polizeiruf 110

Gerade haben wir den Polizeiruf 110 "Der Fall Lisa Murnau" gesehen. Die Frage nach dem Hauptdarsteller "Major" (gut, damals noch Oberleutnant)  führte zu Seite Seite Polizeiruf 110-lexikon, auf der ich gerade gelesen habe, daß die Folge aus Anlaß des 80. Geburtstags von Peter Borgelt gesendet wurde. Die Lektüre der Seiten, die von einem Filmhistoriker und Laien erstellt worden ist, zeigt zweierlei: 1. nicht nur in der wikipedia, sondern auf vielen anderen, von Laien erstellten und gepflegten Seiten finden sich wichtige und gut recherchierte (ok, ich weiß um die Problematik der wikipedia, keine Sorge!) Informationen. Und 2., wie ein auf diesen Seiten abgedruckter Offener Brief zeigt, sind Quellen überall gefährdet, auch wenn es in diesem Fall eher darum geht, dass Anstalten des ARD mittlerweile sehr strikte Regeln haben, die die Arbeit wie das genannte erschweren.


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Donnerstag, 13. September 2007

Arbeiten in der GWLB

Die Niedersächsische Landesbibliothek, jetzt Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover gehört, wie die hannoverschen Bibliotheken, zu den eher spröden Orten wissenschaftlichen Arbeitens. Vielleicht muss das ja so sein. Aber weshalb kann ich nicht so arbeiten, wie es heute möglich wäre? Warum gibt es bitteschön, kein WLAN in der Bibliothek? Na gut, es gibt Computerarbeitsplätze, aber die wären vor 5 Jahren noch aktuell gewesen. Jetzt arbeiten viele Benutzer mit dem Laptop und eingebautem WLAN. Um aber in der Bibliothek recherchieren zu können, müssen diese Benutzer extra an stationäre Geräte gehen und dort arbeiten, um anschließend die Daten auf den eigenen Rechner zu übertragen. Viel einfacher wäre es am eigenen Leseplatz mit einer direkten Übernahme in die eigene Literaturverwaltung, wie immer sie heißt. Ein schnelleres und effektiveres Arbeiten zwischen den Beständen des Hauses und den virtuellen Informationen des Netzes wären auf diese Weise möglich und könnten eher die Besucher wieder ins Haus zu locken, als sie daraus zu vertreiben.

Das scheint ohnehin auch bei anderen wissenschaftlichen Einrichtungen der Fall zu sein: virtuelle Informationen drohen deren Exisenz in Frage zu stellen. Dabei wird schnell übersehen, dass auch virtuelle Daten einen konkreten Ort (wenigstens einen gewarteten Server) benötigen und eine fachliche Betreuung (wer digitalisiert etc. denn?). Und diese Einwände vergessen, dass Lernen eben nicht eindimensional vor dem Rechner, sondern in der Verbindung digitaler Daten (über den PC und das Netz) und analoger Daten (der Bücher statt findet). Wer in Norddeutschland etwa die UB in Oldenburg benutzt hat, sieht den Unterschied, denn dort wird mit allen verfügbaren Medien in der Bibliothek gearbeitet (dass dort auch Kaffee getrunken werden darf, ist eine weitere liebenswerte Oldenburger Besonderheit).


Nachtrag: das sind eigentlich ganz banale Wünsche, wer viel weiter gehende Perspektiven nicht nur zur Nutzung von Bibliotheken, sondern zu OPACs lesen will, sehe doch mal bei netbib vorbei, etwa hier!


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Mittwoch, 12. September 2007

Histnet wiki

Den Blog von Hist.Net zitiere ich hier ja öfter, aber hist.net hat noch mehr zu bieten, etwa eine HistnetWiki, die etwa auch einige wichtige Volltexte zum Thema "Wikipedia in den Wissenschaften" enthält, die auf Vorträgen einer Tagung in Basel in diesem Frühjahr basieren.

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Digitale Bibliothek

Unter zeno.org wird zur Zeit die "Digitale Bibliothek" online und frei zur Verfügung gestellt. Für Historiker sind hier neben diversen Lexika (wie dem Brockhaus von 1809, 1837 oder 1911) vor allem Klassiker der Geschichtsschreibung wie Jacob Burckhardt, Johann Gustav Droysen oder Theodor Mommsen sowie das Werk von Max Weber schon verfügbar. Blog und wiki ergänze das Angebot.


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