Freitag, 26. Februar 2010

Wider dem Publikationswahn

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft will erfreulicherweise zukünftig wieder mehr Wert auf Qualität legen anstatt auf Quantität - zumindest im Hinblick auf die Publikationslisten der Antragsteller. Laut den neuen Regeln der DFG dürfen bei Anträgen nun nicht mehr als zwei Publikationen pro Förderjahr von den Forschern als Referenz aufgelistet werden. Die verbreitete wissenschaftliche Praxis des stetigen Aufgusses alter Forschungsergebnisse wird damit zwar sicherlich nicht eingedämmt, aber zumindest nicht mehr länger von der DFG belohnt.
Lesenswerte Kommentare zum überfälligen Wandel der DFG-Förderpolitik finden sich z.B. in der ZEIT oder der Süddeutschen-Zeitung.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Über Podcasts und Wikis

Gabi Reinmann berichtet über die Erfahrungen mit Podcasts und Wiki in ihrer Lehre.

Schneller, höher, weiter?

Archivalia verdanke ich den Hinweis auf einen lesenswerten Vortrag von Werner Sesink über die Wirkung der Exzellenszinitiativen an unseren Hochschulen. Er löst bei mir Assoziationsketten aus, wie etwa der naheliegende Vergleich mit der DDR in ihren letzten beiden Jahrzehnten als der Sport schon fast zu einer Ersatzdroge für eine Gesellschaft geworden war, die ihren Bürgern sonst nicht mehr viel zu bieten hatte.
Bemerkenswert an der jetzigen Situation ist allerdings auch, dass fast alle mitmachen. Wir stecken nicht unerhebliche Ressourcen in die Anwerbung neuer Drittmittel, die dann wieder mit einem hohen personellen Aufwand organisiert werden müssen. Während uns in der Lehre Personal fehlt, ist immer genug vorhanden, um - natürlich nur innovative - Forschung zu administrieren. Und die Professoren, die ihr Ego zu gern durch die Drittmittelforschung aufwerten (müssen), haben immer weniger Zeit für ihre Studierenden. Es müssen schon die Besten sein, denen sie noch etwas von ihrer Zeit geben, also denen im Masterstudium. Für den Bachelor genügen auch die Lehrkräfte für besondere Aufgaben. Das machen zum Glück noch nicht alle mit, aber die Tendenz ist zu beobachten. Das hat auch praktische Gründe: Zeit ist begrenzt und selbst ein exzellenter Professor oder eine exzellente Professorin kann nicht zugleich Exzellenzforschung betreiben (inklusive der vielen Gesprächsrunden und Tagungsteilnahmen), exzellente Lehre halten und dann noch viel Zeit für die Studierenden haben. Irgendwo muss halt dann doch gespart werden.
Nur unterstreichen kann ich diesen Satz:
" Ich persönlich bin der Überzeugung, dass sich  diese  Forderungen  sehr  gut  innerhalb  der  BA-/MA-Struktur  erfüllen  lassen,  und  teile  die  nostalgische  Verklärung  der  alten  Magister-  und  Diplomstudiengänge  nicht.  Aber  mit  dem  Anliegen  der Studierenden weiß ich mich wahrlich mehr verbunden als mit dem geschäftstüchtigen  Marketing  einer  Uni,  die  von  sich  selbst  nichts
Gehaltvolleres als oberstes Leitziel zu verkünden weiß, als dass sie stets  zu  den  drei  besten  Technischen  Universitäten  gehören  will."
Mehr zu dem Beitrag im Blog von Gabi Reinmann.


Dienstag, 23. Februar 2010

Das Mittelalter 2

Und weil es so interessant ist, hier noch das Interview mit Jaques Le Goff.

Das Mittelalter

Johannes Fried in der ZEIT über das Mittelalter.

Montag, 22. Februar 2010

Neues zum Landtagsneubau in Hannover

Gestern hatte ich noch auf den Beitrag von Johanna Di Blasi verwiesen, jetzt ist er online.

Broglie's Armada

Eine offenbar in Deutschland fast vergessene "Episode" des Siebenjährigen Kriegs war die geplante Invasion Englands. Dazu gibt es jetzt eine neue Veröffentlichung, die im Bereich der GBV-Bibliotheken noch nicht verfügbar ist, wohl aber in Auszügen bei GoogleBooks.



Sonntag, 21. Februar 2010

Hannover bloggt

Angeregt durch die aktuelle Debatte um den geplanten Landtagsneubau habe ich einmal ein wenig im Netz umgesehen, was es für interessante Blogs zur Stadt Hannover gibt. Einen ersten Überblick habe ich bei Dirk Kirchberg auf der Website der HAZ gefunden. Allerdings habe ich dort nur zurückhaltende Bemerkungen gefunden, wie bei "vorwärtsnachweit" oder Frontbumpersticker, wo sich etwa eine Übersicht der Entwürfe findet. Auf die städtebauliche, architektonische oder die politische Dimension geht leider niemand wirklich ein. Also ist man doch wieder auf die HAZ angewiesen, die dazu - ich hatte schon berichtet - ein eigenes Online-Dossier angelegt hat. Hoffentlich wird dort auch der in der letzten Wochenendausgabe erschienene Text von Johanna Di Blasi abgelegt. Ihre Schlußfolgerung lautet: "In Zeiten ständigen Bedeutungsverlusts der nationalen wie der Landesparlamente zugunsten des Europäischen Parlaments erscheint der Entwurf als große Geste, die durchaus den realen Bedeutungsschwund des Landesparlaments verdeckt. Der Säulenschleier des Entwurfs von Yi erschwert nicht nur die Sicht nach innen und außen: Er verschleiert die realpolitische Ohnmacht des Landesparlaments. Und vielleicht ist das sein tieferer Sinn."

Freitag, 19. Februar 2010

Deutschland bald ein Entwicklungsland?

Meint jedenfalls Marcel Weiß im Blog netzwertig. Darin findet sich auch der schöne Satz: "Das Internet ist kein Medium neben anderen. Es läuft nicht parallel. Es ist das Medium." Das darf man deutschen Wissenschaftlern, zumindest wenn sie Historiker sind, allerdings nicht sagen, löst Panik aus. Ansonsten stimme ich dem Befund der Technikfeindlichkeit zu. Wie anders war es im Kaiserreich: Falls alle damals wichtigen Innovationen stammten entweder aus Deutschland oder wurden dort begeistert weiter entwickelt - teilweise leben wir heute noch davon.

Dienstag, 16. Februar 2010

Von Landtagen und Wundern

Derzeit gibt es in Hannover eine heftige Debatte um den geplanten Abriss des alten und den Bau eines neuen Landtagsgebäudes, über den etwa die Hannoversche Allgemeine berichtet.Offenbar kennen nur wenige noch den Spiegel-Artikel über das "Wunder an der Leine" von 1959, in dem Hannover als Beispiel gelungener Modernisierung nach 1945 beschrieben wird. Hannover, über das sich heute alle Welt lustig zu macht meint, galt damals als Vorzeigestadt der 50er Jahre. Das haben offenbar auch die Hannoveraner vergessen oder verdrängt.

Samstag, 13. Februar 2010

Dynamisches Nachschlagewerk "Docupedia-Zeitgeschichte" online

Seit Anfang Februar 2010 ist mit Docupedia-Zeitgeschichte - Begriffe, Methoden und Debatten der zeithistorischen Forschung ein neues Wissensportal zur Zeitgeschichte im Netz zu finden. Das auf einer Media-Wiki aufbauende Projekt soll qualitativ geprüfte Artikel zur Zeitgeschichte enthalten, die von angemeldeten Nutzern und einer Herausgeberschaft aus den wichtigsten zeithistorischen Forschungseinrichtungen erstellt und begutachtet werden. Bislang sind nur wenige Artikel zu finden, deren Bestand aber in Zukunft wachsen dürfte. Für Studierende und Forscher, die fundierte Informationen suchen oder auch selbst einen Artikel anfertigen möchten, eine gelungene Idee.

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